Bundesliga: Amiri: Er war mein größter Förderer

Anfang März verletzte sich Nadiem Amiri an der Schulter und wäre eigentlich für viele Spiele ausgefallen. Dank des Coronavirus konnte sich der 23-Jährige aber auskurieren und soll bei der Werkself zum Restart gegen Werder Bremen am Montag (ab 20.30 Uhr live auf ) wieder das sein, was er vor der Verletzung war: ein Leistungsträger. Vor der Partie sprach Amiri mit SPOX und über Ziele, Vorbilder und emotionale Kabinenansprachen.

Die Diagnose kam einen Tag nach dem hart erkämpften Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals. Am 4. März schlug Bayer Leverkusen Union Berlin mit 3:1 nach 0:1-Rückstand. Doch der Sieg war am Ende ein teuer erkaufter, sowohl für Nadiem Amiri als auch für Bayer Leverkusen.

Der Mittelfeldspieler, der sich im Laufe der Spielzeit immer mehr zum Leistungsträger in der Werkself entwickelt hatte, zog sich bei einem Sturz eine Kapselruptur des Schultergelenks zu. Wochenlange Pause für Amiri. Mal wieder, denn das Verletzungspech folgt dem 23-Jährigen seit gut eineinhalb Jahren auf Schritt und Tritt. Daran änderte auch der Wechsel des Arbeitgebers im Sommer von Hoffenheim zu Leverkusen nichts. Ein Jahr zuvor zog sich Amiri einen Ermüdungsbruch im Fuß zu. Kaum hatte er zum Ende der Saison 2018/19 seine Form wiedergefunden, folgte ein Außenbandriss im Sprunggelenk. Die U21-EM spielte er dennoch und war im Halbfinale gegen Rumänien mit zwei Toren der Wegweiser Richtung Endspiel.

Amiri: Leverkusen auch nach der Coronapause in Top-Form

Was die aktuelle Saison angeht, sei er "sehr optimistisch", dass er mit Bayer Leverkusen die gesteckten Ziele erreichen werde. Während die coronabedingte Zwangspause des Spielbetriebs für ihn aufgrund seiner Verletzung zum richtigen Zeitpunkt kam, wurde der hervorragende Leverkusener Lauf (13 von 15 mögliche Punkte) jäh gestoppt.

Nach dem Auftaktspiel zum Saison-Neustart in Bremen gastieren die Leverkusener bei Borussia Mönchengladbach, einem direkten Konkurrenten im Kampf um die Champions-League-Plätze. Mit einem Sieg am Abend gegen Werder kann Bayer bis auf einen Punkt an die viertplatzierten Leipziger heranrücken.

Bayer Leverkusens Nadiem Amiri über ...

... das erhöhte Verletzungsrisiko für Spieler nach der langen Pause: "Wir haben uns bestmöglich auf den Start vorbereitet. Natürlich konnte nicht alles optimal sein, wir sind noch nicht so lange im Mannschaftstraining. Aber das gilt ja für alle Teams. Außerdem gibt es jetzt die Regeländerung mit fünf möglichen Auswechslungen. Man hat also darauf reagiert, dass in kurzer Zeit viele Spiele auf uns zukommen. Es gibt dadurch die Möglichkeit, den einen oder anderen zu schonen. Wir alle wollen und wir werden das hinkriegen."

... die Gründe, warum Bayer Leverkusen nach der langen Pause an die starke Form zum Rückrundenstart anknüpfen wird: "Weil wir eine gute Mannschaft haben. Weil wir total motiviert sind nach der langen Pause. Weil wir uns bestmöglich vorbereitet haben. Wenn wir unsere Qualitäten abrufen können, bin ich sehr optimistisch, dass wir unsere Ziele erreichen werden."

... eine mögliche Fortsetzung der Europa League: "Damit es auch international weitergehen kann, müssen erst einmal alle anderen Ligen in Europa die Saison wieder aufnehmen. Ich drücke da die Daumen. Aber nicht wegen uns. Wenn alle wieder spielen können, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sich das Leben überall in Europa und in der Welt wieder normalisiert."

... seinen härtesten Gegenspieler: "In meinem zweiten Spiel gegen Bayern München musste ich gegen Douglas Costa spielen. Das war krass, wie er immer mit vollem Tempo und unheimlicher Wucht auf mich zulief. Ich musste ihn auf meiner Seite verteidigen - das war kein besonders großer Spaß."

... seine fußballerischen Vorbilder: "Mein erstes Trikot auf dem Bolzplatz war eines von Giovane Elber. Den fand ich super als Kind. Und mein fußballerisches Vorbild? Cristiano Ronaldo. Es ist Wahnsinn, wie lange er schon auf absolutem Weltklasse-Niveau spielt."

... die größte Hürde auf dem Weg zum Profi: "Jeder Fußballer erreicht irgendwann mal einen Punkt, an dem er ein bisschen zweifelt. Daran, ob sich der Aufwand lohnt, ob man es wirklich schafft. Diesen Punkt zu überwinden, darauf kommt es an. Daran zu glauben, dass man es schafft, auch wenn es mal nicht so läuft."

... den größten menschlichen Einfluss in seiner bisherigen Karriere: "Kevin Kuranyi hat mir sehr geholfen, als wir beide zusammen in Hoffenheim spielten. Er hat mir mitgegeben, dass ich immer frei spielen und auf dem Platz so sein soll, wie ich bin. Dass man in einer Woche der Held, danach aber auch ganz schnell der Loser sein kann."

... Julian Nagelsmann und die prägendsten Erlebnisse mit ihm: "Es gibt wohl niemanden, der in Sachen Fußball so viel Einfluss genommen hat wie er. Wir sind mit der Hoffenheimer U19 Deutscher Meister geworden. Das war ein wirklich tolles Erlebnis, genauso die Qualifikation für die Champions League. Ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich dabei gefühlt habe."

... seinen bislang emotionalsten Kabinen-Moment: "Das war die Halbzeit des Endspiels bei der U21-EM. Spanien führte zu dem Zeitpunkt mit 1:0. Ich hatte Gänsehaut, wir haben uns gepusht und waren voller Hoffnung, diesen super Gegner doch noch zu schlagen. Leider verloren wir mit 1:2. Mein Tor war am Ende nichts mehr wert."

... eine individuelle Leistung, auf die er besonders stolz ist: "Ich bin mit Leib und Seele Fußballer und Fußball ist ein Mannschaftssport. Das Schönste ist für mich, gemeinsam mit meinen Jungs etwas zu erreichen."

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