Bundesliga: Illgner befürwortet Einsatzgarantie für Nübel

Hat Alexander Nübel tatsächlich eine feste Zusage über Einsätze beim FC Bayern? Aus Sicht von Ex-Nationaltorwart Bodo Illgner macht der Wechsel nur dann Sinn.

Hat Alexander Nübel tatsächlich eine feste Zusage über Einsätze beim FC Bayern? Aus Sicht von Ex-Nationaltorwart Bodo Illgner macht der Wechsel nur dann Sinn.

Die Münchner und auch Nübels Berater wollten eine Meldung von Sport1 über eine angebliche Einsatzgarantie in dessen Fünfjahresvertrag nicht bestätigen, dementieren sie aber auch nicht.

Demnach sei die Klausel ein entscheidender Grund dafür gewesen, dass sich Nübel für Bayern und gegen besser dotierte Angebote von Schalke 04 und weiteren internationalen Topklubs entschieden habe. Angeblich soll es sich um eine Zusage über mindestens 15 Spiele für Nübel handeln, der auch deshalb eine Leihe ausschließt.

"Alexander Nübel war bei einem großen Verein wie Schalke 04 die Nummer 1 sowie Kapitän und hat schon Champions League gespielt. Von daher müsste er eigentlich die Ambitionen haben, regelmäßig zu spielen, auch wenn er noch relativ jung ist", sagte Bodo Illgner, Weltmeister von 1990, im Gespräch mit SPOX und Goal:

"Von daher würde es absolut Sinn machen, wenn Bayern ihm Einsätze zugesichert hat. Andernfalls würde man einen Mann wie Nübel wahrscheinlich gar nicht bekommen, denn ein junger Torwart braucht Spielpraxis, um Erfahrung zu sammeln."

Neuer will freiwillig nicht auf Einsätze verzichten

Allerdings will Stammkeeper Manuel Neuer freiwillig nicht für Nübel Platz machen, wie er im Trainingslager in Katar erneut betonte: "Ich bin kein Statist, sondern Protagonist und möchte immer spielen."

So verpasste der 33-Jährige in den ersten fünf Jahren nach seinem Wechsel zum FC Bayern 2011 gerade mal neun von 170 Bundesligaspielen. Dem spanischen Ex-Nationalkeeper Pepe Reina überließ er in der Saison 2014/15 gerade mal drei Einsätze, so dass sich dieser nach nur einem Jahr frustriert wieder verabschiedete.

Erst in den vergangenen drei Jahren machte sich das Alter bei Neuer bemerkbar. Im Jahr vor und nach seiner Seuchen-Spielzeit 2017/18, als er wegen eines Mittelfußbruchs gerade dreimal zum Einsatz kam, bestritt er nur noch jeweils 26 Bundesligaspiele.

Illgner: "Herausforderung im Ausland könnte Neuer reizen"

Daher glaubt Bodo Illgner auch nicht, dass Neuer nur aufgrund des neuen Konkurrenten Nübel das vorliegende Bayern-Angebot zur Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrags um zwei weitere Jahre ausschlägt.

"Ob Neuer verlängert, wird vermutlich auch von seinen Alternativen abhängen. Wenn Klubs wie Real Madrid, Barcelona oder Manchester United mit einem Angebot kommen würden, wäre das für jeden Spieler interessant. So eine neue Herausforderung im Ausland könnte ihn in seinem Alter nochmal reizen. Das weiß ich aus eigener Erfahrung", meinte der 52-Jährige, der selbst 1996 nochmal das Risiko wagte und zu Real Madrid wechselte. Im ersten Jahr wurde er mit den Königliche Meister und gewann im Jahr danach die Champions League.

Allerdings sind aktuell die Plätze bei fast allen Spitzenteams vergeben, meist mit teilweise deutlich jüngeren Torhütern. Sollten also lukrative Offerten ausbleiben "glaube ich nicht, dass ihn die Entscheidung der Bayern für Nübel so verärgert, dass er seinen Vertrag nicht verlängern würde", sagte Illgner: "Bei Bayern ist er sehr gut aufgehoben. Dort gibt es praktisch eine Erfolgsgarantie, er ist in einem gewohnten Umfeld und vor allem nach wie vor die Nummer 1."

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