Bundesliga: Der Spieler im Fokus: Geiger spielt, was er guckt

Hoffenheims Matchwinner gegen Schalke ist 19 Jahre alt und kommt aus der eigenen Jugend: Dennis Geiger hat am Samstagnachmittag nicht zum ersten Mal seine herausragenden Möglichkeiten angedeutet.

Hoffenheims Matchwinner gegen Schalke ist 19 Jahre alt und kommt aus der eigenen Jugend: Dennis Geiger hat am Samstagnachmittag nicht zum ersten Mal seine herausragenden Möglichkeiten angedeutet.

Vor fast genau einem Jahr, am 24. September 2016, da schoss Dennis Geiger ein Tor. Das 2:0 in der 36. Minute, um genau zu sein. Knapp 200 Zuschauern waren es wohl, die den 5:0-Sieg der Hoffenheimer Reserve in der Regionalliga gegen den SC Teutonia Watzenborn-Steinberg beäugten.

Fast genau ein Jahr später schoss Dennis Geiger wieder ein Tor.

Bezeugen konnten das dieses Mal gut 30.000 Menschen im Stadion und noch einige mehr an diversen Bildschirmen. Dieses Mal war es das 1:0 und der Gegner hieß Schalke 04; es war auf alle Fälle ein Tor, das die Kraichgauer bis zum kurz darauf folgenden Schützenfest von Borussia Dortmund an die Spitze der Bundesligatabelle gehievt hatte.

Es ist also viel passiert bei Dennis Geiger, in diesem fast einen Jahr.

Dennis Geiger schon in der Jugend unter Nagelsmann

Gut, eins blieb gleich: sein Verein. Und das seit der U12, da kam der defensive Mittelfeldspieler zu den Hoffenheimern. Seitdem er 14 ist, kickte er zudem in allen deutschen U-Auswahlen. "Ich kenne ihn schon ganz lange", hat sein Trainer Julian Nagelsmann mal über seinen On-Off-Schützling gesagt, "ich habe ihn schon in der Jugend trainiert, er ist ein außergewöhnlich guter Fußballer".

So außergewöhnlich gut, dass der 19-Jährige Anfang des Jahres einen Profivertrag bis 2019 unterschreiben durfte. Und seit dem Sommer ist es aus mit Watzenborn-Steinberg, mit Worms und Pirmasens in der Regionalliga. An der Anfield Road gegen Liverpool, gegen die Bayern: Das ist die neue, schöne Fußballrealität für Geiger.

Der stand schon am ersten Spieltag der Liga gegen Bremen in der Startelf. "Der hat sich schon mal Spiele von Weltklasse-Sechsern angeschaut und einiges übernommen", war das nicht ganz unbedeutende Lob seines Trainers. "Er ist ganz am Anfang, aber seine Entwicklung geht in die richtige Richtung. Er hat einen großen Schritt gemacht."

Nagelsmann über Geiger: "Er hat keine Angst"

Geiger hat also Eindruck gemacht in seinen 341 Pflichtspielminuten. Mit seiner Abgezocktheit, seiner Cleverness und der Umsicht im zentralen Mittelfeld.

Auch gegen Schalke, wo er nach Niklas Süle, David Alaba, Nadiem Amiri und Franco Zuculini zum fünftjüngsten Torschützen der Hoffenheimer Ligahistorie wurde, blieben wieder einige Münder offen. Da zeigte sie sich wieder, diese Leichtigkeit in seinem Spiel, Dinge auszuprobieren, ohne zum Sicherheitsrisiko auf der sensiblen Position vor der Abwehr zu werden.

"Ich schätze an ihm," lautete Nagelsmann neues Loblied nach Schalke, "dass er die Ideen des Gegners unterbindet. Zudem ist er extrem ballsicher. Und er hat keine Angst, Fehler zu machen."

Die Lücke, die Sebastian Rudy bei seinem Abschied Richtung FC Bayern hinterlassen hat, würde auf unverhoffte Weise gefüllt. "Für einen 19-Jährigen ist er schon recht abgezockt", hebt Nagelsmann Geigers Spielschläue heraus, "er hat die notwendige Aggressivität und begeht auch schon mal ein taktisches Foul."

Gegen Schalke verursachte Geiger bei 1899 die meisten Fouls, eroberte aber auch die meisten Bälle und spielte die meisten Pässe in der Hälfte der Gäste. Abgezockt eben.

Auch Baumann und Rupp loben Geiger

Ein Adjektiv im Übrigen, dass auch bei Geigers Premierentor seine Anwendung finden kann. An der Strafraumkante wurde er angespielt, verzögerte kurz, ließ den Querpass noch etwas rollen, nur soweit, dass Ralf Fährmann diesen einen Schritt nach rechts zu viel machte; und dann schoss er ihn ins linke Eck.

"Er hat das Tor super gemacht", lobte auch Lukas Rupp, der selbst in der Nachspielzeit den attackierenden Schalkern den Knockout versetzte. "Dennis Geiger ist ein guter Typ", bestätigte Keeper Oli Baumann das Ansehen des Neuzugangs aus der eigenen Akademie, "er hat sich im letzten Jahr super entwickelt und spielt für sein Alter unglaublich souverän".

Wenn man den Protagonisten in Hoffenheim so zuhört, dann stehen die Chancen wohl schlecht, dass Hoffenheim II beim nächsten Duell mit Teutonia Watzenborn-Steinberg auf Geiger-Tore hoffen kann.

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