Bundesliga-Serie: In Köln hofft ein Österreicher auf das Wunder von Cordoba

Der Kolumbianer Jhon Cordoba (r.) soll die Lücke schließen, die Torjäger Anthony Modeste hinterlassen hat

Essen.  Jörg Schmadtkes Gesicht wirkt tiefenentspannt, als er im September 2013 diesen Satz herunterbetet: "Liebe FC-Fans: Ruhig, ganz ruhig bleiben." Acht Mal wiederholt er es. Das Video mit dem Titel "Euphoriebremse" ist mit Schuld daran, dass der 1. FC Köln 2014 wieder aufgestiegen ist. Und natürlich Schmadtke selbst. "Ein Stück weit Normalität in diesem verrückten Geschäft an den Tag zu legen, ist vielleicht ein Indiz für den Erfolg", sagt der Manager des Traditionsklubs.

Jahrelang herrschte Chaos in der Führungsetage. Es gab Tumulte auf Mitgliederversammlungen, Schulden in Millionenhöhe wurden angehäuft, es folgte ein sportlicher Absturz in die Bedeutungslosigkeit. Einzig die Liebe der leidenden Kölner hielt den hoffnungslosen Dauerpatienten am Leben. Warum tut man sich so etwas an? "Ich war immer gerne im Stadion", sagt Schmadtke, "ich mochte einfach die Atmosphäre. Dann habe ich mich gefragt: Warum geht da nicht mehr?" Dazu muss man sagen: Schmadtke kommt aus Düsseldorf. Die können nicht gut mit den Nachbarn rheinabwärts. Aber in der größten Verzweiflung verzeiht der Kölner auch das.

Schmadtke, Präsident Werner Spinner, Geschäftsführer Alex Wehrle und Vizepräsident Toni Schumacher krempelten den Klub um. Setzten auf Talente aus der Region (Jonas Hector, Timo Horn), kauften clever ein (Anthony Modeste) und vertrauten einem in Deutschland unbekannten Trainer aus Österreich: Heute trägt Peter Stöger eine Brille in Vereinsfarben und geht mit seiner Freundin vor Heimspielen in den Zi...

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