Bundesliga: Salary Cap im Fußball? Kanzlerkandidat Schulz begrüßt Idee

Kanzlerkandidat Martin Schulz von der SPD stört sich an den großen Summen im Fußball. Er will eine Obergrenze und zieht dafür Ousmane Dembele als Beispiel heran.

Kanzlerkandidat Martin Schulz von der SPD stört sich an den großen Summen im Fußball. Er will eine Obergrenze und zieht dafür Ousmane Dembele als Beispiel heran.

"Solche Beträge für einen 20-Jährigen - das ist nicht nachvollziehbar", sagte Schulz im Gespräch mit der Passauer Neuen Presse. Die Summen würden den Fans den Spaß am Fußball verderben, führte der SPD-Politiker fort. Das sei gar "in den Stadien zu spüren".

Für Schulz ist es deshalb höchste Zeit für eine Begrenzung des Fußballs. "Ich wäre schon froh, wenn Fußballer in dem Land, in dem sie spielen, besteuert werden und auch ihre Steuern zahlen würden", machte er klar. Obendrein sollen die Gehälter mit einer Obergrenze fixiert werden.

Wie er das umsetzen will, ließ Schulz offen. Eine Regulierung des Fußballs stellt sich insofern als schwierig heraus, dass Deutschland immer in direkter Konkurrenz zu den anderen europäischen Ligen steht. Besonders die Premier League nimmt durch bessere TV-Verträge enorm viel Geld ein.

UEFA-Präsident Ceferin prüft Möglichkeiten

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin will die Möglichkeit einer Gehaltsobergrenze prüfen und deshalb zeitnah bei der EU-Kommission vorstellig werden. "Ich bin mir nicht sicher, ob das unmöglich ist. Wir machen bald einen neuen Vorstoß", sagte der Chef der UEFA dem Fachmagazin kicker.

Der 49-Jährige hatte bereits 2016 bemängelt, dass der Großteil der besten Spieler bei nur wenigen, elitären Klubs unter Vertrag steht. Zuletzt hatte auch Bayern Münchens Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge die Einführung einer Gehaltsobergrenze, die im US-Sport (Salary Cup) üblich ist, gefordert.

"Es geht nicht nur um Gehaltsobergrenzen, sondern auch um Maßnahmen wie die Begrenzung von Kadern oder ein Verbot bzw. eine Einschränkung von Leihen", sagte Ceferin. "Es gibt einen Klub, der hat 22 Spieler verliehen. Andere kaufen nur, um Gegner zu schwächen. In Italien hat ein Klub 103 Spieler unter Vertrag. Hier können wir ohne die EU eingreifen."

Ceferin verteidigt Financial Fair Play

Oftmals gelangen die Klubs ohnehin an ihre finanziellen Grenzen. Das Konzept des Financial Fair Play erweckt noch immer den Eindruck, nicht ausreichend zu greifen. "Ich hoffe, die Vereine haben es gelernt. Wenn nicht, bringen wir es ihnen bei", sagte Ceferin: "Wir beobachten die Lage. Das Transferfenster ist noch nicht geschlossen. Glauben Sie mir: Wir arbeiten daran."

Vor allem wegen des 222-Millionen-Euro-Wechsels des brasilianischen Superstars Neymar zu Paris St. Germain war das FFP, das laut Ceferin "der Ausgeglichenheit des Wettbewerbs" dienen soll, diskutiert worden. Liverpools Teammanager Jürgen Klopp etwa bezeichnete es "wohl eher als ein Vorschlag" seitens der UEFA. Dies will Ceferin ebenso wenig akzeptieren wie den Vorwurf, nur kleinere Vereine zu bestrafen.

FFP-Regeln werden überarbeitet

"Wir checken jeden Klub. Wir werden nach diesem Transferfenster und Abschluss unserer Prüfungen die Regeln genau anlegen, für alle gleich", sagte Ceferin: "Wenn wir unsere eigenen Regeln nicht respektieren, können wir dichtmachen. Dann wären wir ein zahnloser Tiger."

Die Regeln, die besagen, dass ein Klub im Zeitraum von drei Jahren bei den Transferaktivitäten maximal ein Minus von 30 Millionen Euro erwirtschaften darf, werden laut Ceferin seit Juni überarbeitet. "Was danach auf dem Transfermarkt geschehen ist, das sind gute Vorlagen", sagte er, bekräftigte aber gleichzeitig: "Wir sind keine Bürokratie, die Klubs killen will."

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