Bundesliga: Zu zehnt: Mainz rettet Remis gegen Fortuna

Überlegen - und doch nicht gewonnen: Fortuna Düsseldorf hat beim 1:1 im Kellerduell beim FSV Mainz 05 einen Big Point verpasst.

 

Uwe Rösler tigerte nach Schlusspfiff noch durch seine Coachingzone, auch der Trainer von Fortuna Düsseldorf wusste nicht, ob er sich freuen oder ärgern sollte. Freuen über einen Punkt trotz Rückstands im Kellerduell beim FSV Mainz 05 - oder ärgern über die verpasste Chance auf einen Big Point im Kampf um den Klassenerhalt. Denn viel überlegener als die Fortuna konnte man so ein wichtiges Spiel eigentlich nicht bestreiten, am Ende stand dennoch nur ein 1:1 (0:0).

"Es ist schade, dass wir nicht gewonnen haben. Im Endeffekt machen wir noch den Ausgleich. Es ist nicht normal, nach so einem Nackenschlag zurückzukommen", sagte Rösler, dessen Team kurz vor Schluss das Remis rettete, bei Sky. "Ein Bundesligaspiel so zu dominieren, zeugt von Qualität", sagte Fortuna-Torschütze Kenan Karaman: "Aber es ist sinnbildlich, dass man das Spiel nicht gewinnt, wenn man unten steht."

Die Gastgeber retteten dagegen mit viel Glück den Punkt und haben weiterhin vier Punkte Vorsprung auf Düsseldorf. "Es war ein schlechtes Spiel von uns. Düsseldorf war besser in den Zweikämpfen, aggressiver", sagte Mainz-Trainer Achim Beierlorzer.

Joker Levin Öztunali (62.) hatte die Gastgeber mit der einzigen Chance sogar in Führung gebracht, Karaman (85.) glich kurz vor Schluss aus. Der Mainzer Jean-Philippe Mateta hatte in der 77. Minute wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen.

Mainz - Düsseldorf: Die Stimmen:

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf) ...

... auf die Frage, ob die Freude oder die Enttäuschung überwiege "Große Freude über die Reaktion, die wir nach dem Saarbrücken-Spiel gezeigt haben. Ein bisschen enttäuscht, dass wir hier nicht gewonnen haben. Wenn du 19:3 Torschüsse hast, 58 Prozent Ballbesitz, drei Kilometer mehr gelaufen bist, ist es schade, dass wir uns nicht belohnt haben."

... zu Diskussionen mit dem Schiedsrichter: "Wir haben jetzt drei Tore nicht bekommen (wegen des VAR). Bei Situationen, die nicht hundertprozentig sind, habe ich das Gefühl, dass bei uns sehr selten auf die Monitore geschaut wird. Das ist gefühlt so, vielleicht liege ich da auch falsch. Im Endeffekt haben wir noch den Ausgleich gemacht.

Achim Beierlorzer (Trainer 1. FSV Mainz 05) ...

... zum Spiel: "Es war ein schlechtes Spiel von uns, definitiv. Am Ende schießen wir das 1:1 selber. Wir haben einen einzigen Angriff durchgebracht und damit das 1:0 geschossen. Damit muss man manchmal leben. Es war klar, dass es kein schönes Spiel wird, weil es für beide Mannschaften um richtig viel ging."

... zu möglichen Maßnahmen wie Geisterspielen gegen die Ausbreitung des Coronavirus: "In den heutigen Zeiten kann man sich alles vorstellen. Wenn man sieht, dass Italien ganz Norditalien abgesperrt hat und in Quarantäne setzt. In den heutigen Zeiten kann man nichts mehr ausschließen. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Spiele durchzuspielen, liegt dann höchstwahrscheinlich am Terminplan. Wichtig ist, dass wir alle gesund bleiben.

Düsseldorf dominiert erste Halbzeit gegen Mainz

Die 21.409 Zuschauer sahen in den ersten Minuten agile Düsseldorfer. Die Gäste sorgten durch Markus Suttner (3.) und Matthias Zimmermann (4.) für Gefahr. Die Gäste drückten mächtig aufs Tempo: Erik Thommy hatte die Führung auf dem Fuß (7.). Die Mainzer kamen überhaupt nicht ins Spiel. Spätestens nach der Chance von Niko Gießelmann (13.) hätte die Fortuna die Führung verdient gehabt.

Mitte der ersten Hälfte konnten die Düsseldorfer die hohe Schlagzahl der ersten Viertelstunde nicht mehr beibehalten, von Mainz kam dennoch so gut wie nichts. Das Spiel hatte in dieser Phase keine Höhepunkte zu bieten.

Das änderte sich in der 35. Minute, als Suttner am Mainzer Torwart Robin Zentner scheiterte. Das 0:0 zur Pause war für die desolaten Mainzer äußerst schmeichelhaft. Zu Beginn des zweiten Durchgangs mussten die Mainzer ihren besten Spieler ersetzen - für den angeschlagenen Zentner kam Florian Müller.

Müller verhinderte die Düsseldorfer Führung durch Thommy (49.). Vom FSV war weiterhin wenig bis nichts zu sehen. Dann kam es wie es kommen musste - der FSV traf bei seiner ersten Möglichkeit. Öztunali köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor.

Der frustrierte Rösler handelte sich kurz darauf wegen Meckerns die Gelbe Karte ein (68.). Wenig später scheiterte Valon Berisha an Müller (70.). Danach setzte Rösler alles auf eine Karte und brachte in Rouwen Hennings einen weiteren Stürmer (72.). Karaman nutzte kurz vor Schluss eine Unstimmigkeit in der Abwehr zum Tor.

Mainz 05 - Fortuna Düsseldorf: Die Aufstellungen

Mainz: Zentner (46. Florian Müller) - Pierre-Gabriel (46. Öztunali), Bruma, Niakhate - Latza, Barreiro (90. Fernandes) - Baku, Mwene - Onisiwo, Mateta, Quaison. - Trainer: Beierlorzer

Düsseldorf: Kastenmeier - Ayhan, Andre Hoffmann, Gießelmann - Stöger, Bodzek (74. Sobottka) - Matthias Zimmermann, Suttner (72. Hennings) - Berisha (78. Ofori), Thommy - Karaman. - Trainer: Rösler

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