Bundesliga ohne FC Bayern? "Es wäre nicht das Ende"

Die Verteilung der TV-Gelder in der Bundesliga bewirkt eine Debatte über Chancengleichheit und Beständigkeit im internationalen Geschäft.

Zwischen den Klubs auf den internationalen Rängen und möglichen Abstiegskandidaten herrschen erhebliche Etat-Unterschiede. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Vor dem Aufeinandertreffen des FC Bayern und Werder Bremen (ab 20.30 Uhr im Liveticker) äußerten sich der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende von Werder Bremen Marco Bode (53) und Bayern-Vorstandsboss Oliver Kahn nun im Doppelinterview mit der Süddeutschen Zeitung zu dieser Thematik.

Zwar sehe Bode eine Fairness in der Belohnung des Erfolgreicheren, aber „nicht durch immer mehr Geld, sondern durch Titel.“

Der Sport lebe davon, dass die Unterschiede nicht zu groß würden. Bode fragte: „Warum muss der Erste dreimal so viel Geld bekommen wie der Letzte in der Liga?“

Kahn: „Gleichmacherei nicht fair“

Kahn hingegen erwiderte mit Bezug auf das Leistungsprinzip. Besonders in der Kontinuität der Führungsebene sieht Kahn erhebliche Unterschiede. So müsse im Sport profitieren, wer „gut arbeitet“.

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Dass es jedoch hinsichtlich der Verteilung der Gelder Differenzen gibt, kann auch der Bayern-CEO nicht negieren.

Wenn jedoch „der FC Bayern für 35 Prozent der nationalen und internationalen Reichweite der Bundesliga verantwortlich ist, dann fände ich jede Form in Richtung Gleichmacherei nicht fair“, wird Kahn weiter zitiert.

Wie es dennoch gehen könnte, würden aktuell Freiburg und Union Berlin zeigen – mit weniger Mitteln. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Kahn gesteht zwar ein, dass sie die Letzten seien, „die sich gegen eine spannendere Bundesliga sperren“, zeigt aber auf, dass die Bayern dann im internationalen Kontext hinterherhinken würden.

Nun also die Frage: Die Schwächeren stärken oder die Besseren schwächen?

„Der Worst Case ist für mich, dass Bayern und der BVB nur noch mit einer B-Elf spielen“, meint Bode. Sprich: Um die Bundesliga attraktiver zu machen, müssten die finanziell schwächeren Teams unterstützt werden.

Lösung Super League?

Oder: Die Top-Teams verlassen die Bundesliga.

Das aktuelle Niveau der Champions League komme einer möglichen Super League schon sehr nahe, wenn es nach Bode geht.

Wenn die Bundesliga also ausgeglichen bleiben soll, müssten die Top-Teams raus!

Und: „Es wäre nicht das Ende, wenn Bayern die Bundesliga verlassen würde“, konstatiert Bode.

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