Bundesliga: Nachbericht: Eintracht Frankfurt - TSG 1899 Hoffenheim

Luka Jovic hat sich nach Anlaufschwierigkeiten als Stürmer Nummer eins bei Eintracht Frankfurt etabliert. Beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim traf er im vierten Spiel in Folge - seine Torquote wird nur von Robert Lewandowski getoppt. Trainer Niko Kovac hat bei Jovic die richtige Ansprache gefunden, jetzt sind sich alle sicher: Der Serbe wird mal ein ganz Großer.

Luka Jovic hat sich nach Anlaufschwierigkeiten als Stürmer Nummer eins bei Eintracht Frankfurt etabliert. Beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim traf er im vierten Spiel in Folge - seine Torquote wird nur von Robert Lewandowski getoppt. Trainer Niko Kovac hat bei Jovic die richtige Ansprache gefunden, jetzt sind sich alle sicher: Der Serbe wird mal ein ganz Großer.

Die Torschützenliste der Bundesliga ist in dieser Saison nicht gerade das Who ist Who der weltbesten Stürmer. Robert Lewandowski liegt mit 26 Treffern uneinholbar an der Spitze und wird sich die Kanone in diesem Jahr wieder sichern - vermutlich knackt er auch die 30-Tore-Marke.

Dahinter steht aber immer noch Pierre-Emerick Aubameyang mit 13 Toren auf Platz. Kein gutes Zeugnis für die Stürmer der anderen Klubs, wenn man bedenkt, dass Aubameyang seit Januar für den FC Arsenal stürmt.

Es gibt aber auch noch eine andere Lesart dieses Rankings. Ordnet man die Spieler mit mehr als einem Treffer nach den Minuten, die sie für ein Tor brauchen, dann führt zwar immer noch Lewandowski (75 Minuten), aber dahinter folgen zwei Spieler, die in der Torschützenliste im Mittelfeld rangieren, aber in der Rückrunde verlässlich knipsen: Michy Batshuayi (107) und Luka Jovic (89).

So viele Minuten brauchen die Bundesliga-Torjäger pro Tor*

Rang Spieler Tore Minuten pro Tor
1 Robert Lewandowski 26 75
2 Luka Jovic 8 89
3 Michy Batshuayi 7 107
4 Pierre-Emerick Aubameyang 13 109
5 Maximilian Philipp 7 130
6 Alfred Finnbogason 11 135
7 Nils Petersen 13 140
8 Mark Uth 12 154
9 Salomon Kalou 11 173
10 Serge Gnabry 8 173

*Es wurden nur Spieler mit mehr als fünf Toren berücksichtigt.

Luka Jovic: Verletzung nicht gravierend

Beide trafen auch an diesem Sonntag. Jovic beim 1:1 gegen 1899 Hoffenheim im vierten Spiel in Folge. Der 20-jährige Serbe hat sich mittlerweile als Stürmer Nummer eins der Eintracht etabliert und Sebastian Haller auf die Bank verdrängt.

Aufgrund der hohen Leistungsdichte im Angriff der Eintracht waren die Sorgenfalten nicht allzu tief, als sich Jovic bei seinem Treffer verletzte und anschließend ausgewechselt werden musste. Außerdem waren sich Trainer Niko Kovac und Sportchef Fredi Bobic nach der ersten Diagnose sicher, dass die Verletzung "nicht gravierend" sei. "Er hat nur einen Schlag aufs Knie bekommen", sagte Kovac.

Ein Ausfall Jovic' käme auch gerade ungelegen, weil schon Ante Rebic (Muskelfaserriss) nicht zur Verfügung steht und Haller seit zehn Spielen auf einen Treffer wartet.

Jovic bei Benfica nicht professionell

Entscheidenden Anteil an Jovic' Aufschwung hat Trainer Kovac. "Ich brauchte genauso jemanden wie Niko Kovac, der mich aufgeweckt hat. Ich habe Niko Kovac zu verdanken, dass ich jetzt den Erfolg habe. Er fordert das Maximum, und er holt das Maximum aus einem heraus", sagte Jovic der Frankfurter Rundschau.

Der Stürmer kam vor der Saison aus Lissabon von Benfica nach Frankfurt, in Portugal spielte er aber nur noch in der zweiten Mannschaft und war körperlich in keinem guten Zustand. "Ich bin hier in Frankfurt in einem Monat mehr gelaufen als in Lissabon in einem ganzen Jahr. Ich habe mich dort nicht so professionell verhalten, das muss ich einräumen", sagt Jovic.

Man habe den Spieler erst "ein bisschen aufpäppeln" müssen, erzählt Kovac, der das aber auch dem Verein anlastet. "Wenn man weiß, wie die im Süden das Training konzipieren, dann braucht man ein bisschen Saft."

Boateng schwärmt von Jovic

Den hat der bullige Jovic mittlerweile. Er hat den nächsten Schritt vom Talent zum Profi gemacht und dabei ungemein von der Erfahrung seines Trainers profitiert. Denn dass es diesem Jungen an fußballerischer Klasse nicht mangelt, da waren sich früh alle einig.

Mit 16 Jahren, fünf Monaten und fünf Tagen wurde er zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte von Roter Stern Belgrad. Der Präsident des Klubs sagte: "Jovic wird mal der beste Torjäger Europas." Und in seiner Heimat sprach man bald vom Falcao Serbiens.

"Der Vergleich mit Falcao war nicht gut für mich", sagt Jovic heute. Das Lob ist in den letzten Wochen aber zurückgekehrt. "Sehr ballsicher, sehr stabil auf den Beinen, sehr spielintelligent", meinte Kovac. "Er hat ein überragendes Potenzial, das sieht man, wenn er den Ball annimmt. Wenn er so weitermacht, wird er ein ganz, ganz großer Spieler", prophezeite Kevin-Prince Boateng.

Eintracht hat Kaufoption für Jovic

Den Durchbruch in Frankfurt hat Jovic mittlerweile geschafft, wie es langfristig weitergeht, ist noch offen. Bis Sommer 2019 ist er von Benfica ausgeliehen. Danach besitzen die Hessen eine Kaufoption, von 12,5 Millionen Euro ist die Rede.

Wenn die Entwicklungskurve weiter nach oben geht, wird ihn die Eintracht vermutlich zum teuersten Spieler der Vereinsgeschichte machen - und hätte womöglich trotzdem ein Schnäppchen gelandet.

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