Bundesliga: Paulinho erlegt desolate Eintracht

Bayer Leverkusen eilt weiter von Sieg zu Sieg: Gegen Eintracht Frankfurt gelang ein überlegener 4:0-Erfolg. Ein Teenager überzeugte als Doppelpacker.

Paulinho wurde nach der Demonstration der Stärke von seinen Teamkollegen von Bayern Leverkusen ganz besonders geherzt. Der 19-jährige Brasilianer erlebte beim 4:0 (2:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt seine erste Sternstunde im Dress des Werksklubs.

Bei seinem Bundesliga-Startelf-Debüt erzielte er in der 49. und 55. Minute einen Doppelpack. Der Teenager ließ die Bayer-Herzen höher schlagen, mit seiner feinen Technik, seiner Antrittsschnelligkeit und seiner Dynamik stürzte er die Hessen von einer Verlegenheit in die andere.

Erstmals wurde deutlich, warum die Rheinländer den Südamerikaner im Jahr 2018 für 18,5 Millionen Euro Ablöse von Vasco da Gama losgeeist hatten. "Ich bin sehr glücklich. Ich habe mich lange gedulden müssen, aber ich wusste, wenn meine Chance kommt, muss ich da sein", meinte der Youngster.

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt: Die Stimmen

Peter Bosz (Trainer Bayer Leverkusen): "Ich bin sehr zufrieden, gerade auch bei unserem Programm mit den englischen Wochen. Es war nicht einfach, aber wir haben es sehr gut gemacht. Wir haben sehr gut angefangen. Auch wenn ich nach dem 2:0 zwischenzeitlich nicht einverstanden war, weil wir zu viele Ballverluste hatten. In der Phase war es möglich, dass der Gegner ins Spiel zurückkommt. In der zweiten Halbzeit haben wir wieder gut angefangen und nach dem 4:0 war das Spiel gespielt. Ich habe sechs neue Spieler gebracht und wir haben ohne Mittelstürmer gespielt. Das hat alles funktioniert. Ich habe heute keine Sache zu bemängeln."

Adi Hütter (Trainer Eintracht Frankfurt): "Ich bin sauer auf uns, weil wir das Spiel ganz anders gestalten wollten als vor knapp einem Jahr. Die erste Chance hatten wir, aber dann hat uns Leverkusen unsere Grenzen aufgezeigt. Sie waren bissiger, aggressiver und technisch besser. Wir haben nicht ansatzweise unser Leistungspotenzial gezeigt. Das ärgert mich einfach. Man kann in Leverkusen verlieren, aber mich stört, dass wir nicht das gespielt haben, was wir uns vorgenommen haben. Wir müssen die Tabelle ins Auge fassen, wir sind in einem sehr gefährlichen Bereich. "

Eintracht Frankfurt hadert mit sich selbst: "Wie verhext"

Während sich die Gastgeber über die nächste Gala freuten, hieß es bei der Eintracht: Wunden lecken. "Es ist wie verhext", sagte Eintrachts Sebastian Rode, "wir kriegen kein Bein auf den Boden. Wir machen zu viele leichte Fehler, der Treffer zum 0:3 war der Genickbruch." Martin Hinteregger ergänzte bei Sky: "Der Sieg von Bayer war verdient." Nationalspieler Kai Havertz (4.) und Karim Bellarabi (14.) trafen zum wettbewerbsübergreifend siebten Heimsieg in Serie für Bayer.

Dank des elften Siegs in den letzten 13 Pflichtspielen rückte die Werkself im Meisterrennen zumindest vorübergehend auf fünf Punkte an Bayern München heran, und die Champions-League-Ambitionen wurden eindrucksvoll untermauert.

Während Bayer damit weiteres Selbstvertrauen für das Europa-League-Achtelfinale am Donnerstag bei den Glasgow Rangers sammelte, kam Frankfurt vier Tage vor dem Hinspiel gegen den FC Basel wie beim 1:6 im Vorjahr erneut unter die Räder. "Wir haben in der Abwehr zu weit auseinander gestanden", meinte der Japaner Makoto Hasebe bei Sky.

Eintracht Frankfurts Trainer Hütter: Bayer ist "Titelmitfavorit"

Die erschreckend schwachen Hessen verlieren durch die dritte Niederlage in Serie endgültig den Anschluss an die Europacupplätze und müssen stattdessen immer mehr den Blick in Richtung Abstiegszone richten. Frankfurts Trainer Adi Hütter hatte Leverkusen aufgrund des derzeitigen Höhenflugs vor der Partie als "Titel-Mitfavorit" bezeichnet.

Havertz konnte nach perfekter Hereingabe von Moussa Diaby im Alter von 20 Jahren und 270 Tagen mühelos als jüngster Spieler der Geschichte zu seinem 30. Bundesliga-Tor einschieben. Die ohne echten Stürmer angetretenen Rheinländer hielten das Tempo weiter hoch und drängten die Gäste tief in die eigene Hälfte.

Nach dem Seitenwechsel presste die Hütter-Elf höher, wurde aber von der Hochgeschwindigkeitsoffensive der Leverkusener direkt bestraft. Ein Havertz-Tor (48.) zählte wegen Abseits nicht, ehe Paulinho Sekunden später nach tollem Hackentrick von Bellarabi ins lange Eck vollendete.

Hinteregger (54.) verpasste bei einer Doppelchance den Anschlusstreffer kläglich, ehe Paulinho nach perfektem Zuspiel des erneut starken Havertz zum zweiten Mal traf. In der letzten halben Stunde sparte Bayer Kräfte, ohne die Adler dabei wirklich zur Entfaltung kommen zu lassen.

Bayer Leverkusen - Eintracht Frankfurt: Die Aufstellungen

  • Bayer Leverkusen: Hradecky - Weiser, Sven Bender (35. Tah), Tapsoba, Wendell - Baumgartlinger, Aranguiz (67. Palacios) - Bellarabi, Diaby - Havertz (62. Bailey), Paulinho
  • Eintracht Frankfurt: Trapp - Toure, Ilsanker, Hinteregger, Ndicka - Hasebe - Kohr (57. Sow), Rode - Kamada (57. Gacinovic), Silva (74. Paciencia), Kostic

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