Bundesliga: Mainz-Boss: Fußball nur noch Showbusiness

Johannes Kaluza vom 1. FSV Mainz 05 wundert sich über die aktuellen Entwicklungen im Fußball. Der Präsident der 05er macht sich Sorgen um den Sport.

Johannes Kaluza vom 1. FSV Mainz 05 wundert sich über die aktuellen Entwicklungen im Fußball. Der Präsident der 05er macht sich Sorgen um den Sport.

"Wie ist das richtige Maß zwischen kapitalgetriebenem Profi-Fußball und ehrenamtlichem Verein? Diese Mitte wieder bewusst zu machen und darum zu kämpfen, ist etwas, was ich mir vorgenommen habe", erklärt Kaluza in der Bild seine Anschauung der aktuellen Themen.

Der Kommerz hat Mainz noch nicht voll erreicht. Und das soll mit Kaluza auch so bleiben: "Der eingetragene Verein hat ein gemeinnütziges Ziel. Das heißt, ich bin meinen Mitgliedern verpflichtet, den Fußballsport in seiner Breite zu fördern. Ich kann gar nicht jedem Vorschlag zustimmen, wie man noch mehr Geld aus dem Fußball herausholt."

Kaluza fordert fairen Wettbewerb

Dementsprechend sind den 05ern aber auch in Sachen Transfers oft die Hände gebunden. Kaluza kann sich damit anfreunden: "Wollen wir einen Fußball, den Kapitalgesellschaften organisieren wie in England, wo man die höchsten Erträge scheffeln und die teuersten Stars holen kann?"

Für den 62-Jährigen ist es wichtig, "Werte zu verkörpern". Er meint gar: "99 Prozent der Unternehmensführer, die ich kenne, würden einen Kapitalismus, den wir im Fußball haben, ablehnen. Wir leben in einer sozialen Marktwirtschaft, in der es auch um fairen Wettbewerb geht."

Kaluza: Stars wichtiger als die Mannschaft

Gerade der vergangene Sommer sorgte bei vielen Fans für einen Schock. "Viele fragen sich: 'Ey, was ist denn hier los? Hat das denn noch was mit Fußball zu tun?'", schätzt Kaluza ein. Er stellt klar: "Sponsoren können das Spiel komplett verändern. Die Gretchenfrage ist: Wollen wir das in Deutschland? Oder nicht? Ich will es nicht!"

Der Fußball sei nur noch ein "Showbusiness." Letztlich sei "der einzelne Star viel wichtiger als die Mannschaft", was Kaluza stark bemängelt. Er erklärt: "Wir in Deutschland haben in der Vergangenheit gezeigt, dass die Mannschaft im Vordergrund steht."

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