Bundesliga: HSV-Krise: Wird es heute für Gisdol eng?

Der Hamburger SV benötigt am 11. Spieltag der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr im LIVETICKER ) dringend einen Sieg. Andernfalls könnte - auch wenn die Verantwortlichen in der Öffentlichkeit ihren Trainer noch nicht in Frage stellen - Markus Gisdol seinen Job verlieren.

Der Hamburger SV benötigt am 11. Spieltag der Bundesliga gegen den VfB Stuttgart (15.30 Uhr im LIVETICKER) dringend einen Sieg. Andernfalls könnte - auch wenn die Verantwortlichen in der Öffentlichkeit ihren Trainer noch nicht in Frage stellen - Markus Gisdol seinen Job verlieren.

Zwei Siege zum Auftakt, danach ein Punkt aus acht Spielen: Beim HSV läuft es seit Wochen unterirdisch. Die Norddeutschen liegen auf dem Relegationsplatz und befinden sich damit fast schon traditionell in Abstiegsgefahr.

Wie im Fußball-Geschäft üblich, geht es im Laufe einer Krise irgendwann dem schwächsten Glied an den Kragen - dem Trainer. Das weiß selbstverständlich auch Gisdol. Auf die Frage, ob er sich Sorgen um seinen Job mache, antwortete der 48-Jährige vor dem VfB-Spiel: "Ich versuche, das auszublenden."

Immerhin stehen die Verantwortlichen momentan noch hinter dem Coach. "Unsere Reihen sind geschlossen", sagte Sportchef Jens Todt im NDR: "Und es ist kein Naturgesetz, dass beim HSV im Herbst die Trainer entlassen werden."

HSV-Trainer im Schnitt 488 Tage im Amt

Ein Naturgesetz ist eine Trainerentlassung freilich auch beim HSV nicht. Dass der Stuhl des Übungsleiters beim Bundesliga-Dino allerdings seit Jahren ein Schleudersitz ist, kann niemand bestreiten.

In den vergangenen zehn Jahren haben die Hamburger 14 Trainer verschlissen, durchschnittlich befindet sich ein HSV-Coach 488 Tage im Amt. Die letzten fünf Coaches wurden sogar bereits nach durchschnittlich 219 Tagen vor die Tür gesetzt. Gisdol ist nun immerhin schon seit 402 Tagen im Amt.

Bruchhagen: "Natürlich sind wir angespannt"

"Natürlich sind wir angespannt", gab Vorstands-Boss Heribert Bruchhagen zu: "Auf dem grünen Rasen wird über das Wohl und das Wehe des HSV entschieden."

Als Ultimatum für Gisdol lässt sich diese Aussage nun wahrlich nicht interpretieren. Und trotzdem: Sollte der gebürtige Schwabe ausgerechnet gegen "seinen" VfB die nächste Niederlage kassieren, dürfte es verdammt eng werden.

Zumal sich die HSV-Verantwortlichen im Falle einer Niederlage fragen werden, ob die anstehende Länderspielpause nicht ein notgedrungen geeigneter Zeitpunkt wäre, um den Trainer zu wechseln.

Womöglich sitzt Gisdol bei den Partien auf Schalke und gegen Hoffenheim also schon nicht mehr auf der Bank. Mögliche Nachfolgekandidaten werden jedenfalls seit Tagen gehandelt. Als aussichtsreichster, zukünftiger HSV-Coach gilt Thomas Doll, der aktuell den ungarischen Verein Ferencvaros Budapest betreut.

Mehr bei SPOX: Aogo: "Fußball hat sehr an Werten verloren" | Bruchhagen: Punktgewinn eine "Notwendigkeit" | HSV bindet nächstes Juwel langfristig an sich