Bundesliga: Hoffenheim verspielt 15 Punkte: Eigentlich erster Bayern-Jäger

Wenn die TSG 1899 Hoffenheim jedes Mal gewonnen hätte, wenn sie im Laufe der Bundesliga-Hinrunde in Führung ging, hätten die Kraichgauer nun 15 Punkte mehr auf dem Konto und damit so viele wie Tabellenführer FC Bayern München. Ärgerlich für Trainer Julian Nagelsmann, der jedoch trotz der subjektiv schlechteren Hinrunde als im Vorjahr zufrieden ist.

Wenn die TSG 1899 Hoffenheim jedes Mal gewonnen hätte, wenn sie im Laufe der Bundesliga-Hinrunde in Führung ging, hätten die Kraichgauer nun 15 Punkte mehr auf dem Konto und damit so viele wie Tabellenführer FC Bayern München. Ärgerlich für Trainer Julian Nagelsmann, der jedoch trotz der subjektiv schlechteren Hinrunde als im Vorjahr zufrieden ist.

"Es ist schon schwer, weil wir ein gutes Spiel gemacht haben. Eine verdiente Niederlage war es nicht. Es ist ärgerlich, weil wir nicht das schlechtere Team waren." Das sagte Julian Nagelsmann nach der in der Tat ziemlich unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den BVB.

So ähnlich hat sich Nagelsmann schon häufig im Laufe der nun abgelaufenen Hinrunde geäußert. Die TSG 1899 Hoffenheim schließt das Jahr 2017 auf Rang sieben ab, der Rückstand zum zweiten Platz beträgt nur vier Zähler.

Angesichts der prominenten Abgänge von Sebastian Rudy und Niklas Süle (beide zum FC Bayern) sowie des in den letzten vier Bundesligapartien nicht mehr eingesetzten Sandro Wagner (bald beim FC Bayern) ein beachtliches Zwischenresultat für die Kraichgauer, die zudem erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die Dreifachbelastung zu moderieren hatten.

Hoffenheim könnte punktgleich mit dem FC Bayern sein

Hoffenheim ist allerdings ein wenig die Souveränität aus der Vorsaison abhanden gekommen, die Wackler während der Begegnungen sind häufiger geworden. Dass die Nagelsmann-Truppe dennoch auf einem guten Weg ist, beweist ein Blick auf die Statistik: Nur der Herbstmeister aus München ist im Laufe der Hinrunde häufiger in Führung gegangen (15 Mal) als Hoffenheim (13).

Das Problem: Die TSG bringt diese Vorsprünge nicht mehr durch. Das hat diverse Gründe, zum Beispiel die hohe Belastung oder einfach nur geringes Spielglück. Zufall ist es aber längst nicht mehr, denn Hoffenheim hat bereits ganze 15 Punkte nach Führung verspielt. Das ist ebenso Ligahöchstwert wie die drei Niederlagen nach einer Führung.

Es riecht zwar nach Milchmädchenrechnung, aber hätte Nagelsmanns Truppe diese 15 Zähler mehr auf dem Konto, wäre sie punktgleich mit Herbstmeister Bayern.

Auswärts flutscht es nicht für Hoffenheim

Doch während der beste Torschütze des Teams, Mark Uth (9 Tore), fünf seiner Saisontreffer in der 81. Minute oder später markierte, scheint seinem Team in der Schlussphase konstant oft die Luft und Konzentration auszugehen. 13 der letzten 15 Gegentore in der Bundesliga bekam die TSG in der zweiten Halbzeit. In der Schlussviertelstunde fing man sich insgesamt schon acht Buden ein - das ist der Ligahöchstwert hinter Freiburg (9).

Und es ist nicht einzige Trend, der ein wenig besorgt macht, wenn man es mit Hoffenheim hält. Die wechselhaften Leistungen der Kraichgauer ziehen sich durch die gesamte Saison. So folgte in den letzten vier Partien in der Liga auf einen Heimsieg stets eine Auswärtspleite.

Auf des Gegners Platz will es nicht so recht klappen mit den Wunschergebnissen. Zuletzt hagelte es vier Niederlagen in Serie, in den letzten zehn Pflichtspielen auf des Gegners Platz feierte Hoffenheim nur am 11. Spieltag in Köln einen Sieg. Der magere Rest: zwei Remis, sieben Niederlagen.

Nagelsmann trotzdem zufrieden

So steht Hoffenheim nun schon bei fünf verlorenen Partien. Das ist bereits jetzt eine Niederlage mehr als in der kompletten Vorsaison. "Wir haben in der Hinrunde ein paar Tiefen gehabt, deshalb sind wir mit den 26 Punkten zufrieden. Subjektiv haben wir eine viel schlechtere Hinrunde gespielt als im Vorjahr, weil da einfach die Spiele aus der Europa League reinstrahlen", sagte Nagelsmann.

Seine Mannschaft hat dennoch ihre Stabilität nicht gänzlich verloren. Der VfL Wolfsburg beispielsweise muss auf Europa verzichten, vergeigte aber trotzdem schon 13 Punkte nach Führungen - und dümpelt auf Rang zwölf vor sich hin.

Es ist zwar ärgerlich, wenn man "eigentlich" erster Bayern-Jäger sein könnte, doch "wenn man die Jahrestabelle sieht, war das Jahr für Hoffenheim nicht ganz so schlecht", wie der TSG-Trainer zu Recht anmerkte. Hier liegt Hoffenheim mit 60 Punkten auf Rang drei hinter Dortmund (65) und Bayern (84).

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