Bundesliga: Hoeneß kritisiert Transfer-Wahnsinn

Uli Hoeneß äußert sich über den internationalen Transfermarkt. Für die dort bewegten Summen hat der Präsident des FC Bayern kein Verständnis. Einem Transfer von Julian Draxler zum FCB erteilt er derweil eine Absage.

Uli Hoeneß äußert sich über den internationalen Transfermarkt. Für die dort bewegten Summen hat der Präsident des FC Bayern kein Verständnis. Einem Transfer von Julian Draxler zum FCB erteilt er derweil eine Absage.

"Ich bin der Meinung: Kein Spieler der Welt ist 100 Millionen Euro wert", stellt Hoeneß in der SportBild fest. Transfers wie die von Neymar (222 Millionen Euro) oder Dembele (105 Millionen Euro) kann der 65-Jährige dementsprechend nicht nachvollziehen.

Vielmehr mahnt Hoeneß: "Wir sind an einem Punkt, wo wir verdammt aufpassen müssen. Denn irgendwann hat vielleicht der Zuschauer dann doch mal die Schnauze voll. Ich muss ehrlich sagen: Es ist an der Zeit, die Verhältnismäßigkeiten wieder zurechtzurücken."

Hoeneß fordert die Verantwortlichen der europäischen Top-Klubs auf: "Lange genug hatte man Schiss vor den Beratern, den Spielern etc. Man muss nun auch mal sagen: Es reicht!"

FC Bayern als Vorbild

Der FC Bayern sei dafür laut Hoeneß ein Vorbild: "Ich möchte keinen Spieler für 100 Millionen Euro kaufen, auch wenn ich sie hätte. Dafür ist mir das Geld zu schade. Für uns kommt so etwas nicht infrage." Das Geld, so Hoeneß, sei aber durchaus vorhanden: "Es gibt weiterhin keinen anderen Verein weltweit der mehr eigenes Geld hat. Ich betone: Eigenes Geld!"

"Andere Klubs mögen geliehenes Geld haben oder zur Verfügung gestelltes von irgendwelchen Besitzern - aber der FC Bayern kann stolz darauf sein, dass er dieses Festgeldkonto hat, das selbst erwirtschaftet ist", sagte der FCB-Präsident, der zugleich aber feststellt: "Die Wirkung eines solchen Festgeldkontos ist nicht mehr dieselbe wie etwa vor zehn Jahren."

Hoeneß: Draxler nicht nach München

Eine Verpflichtung von Julian Draxler von Paris Saint-Germain ist für Hoeneß derweil kein Thema: "Wenn wir nun auf Teufel komm raus einen Transfer wie Draxler anstreben würden, käme wie schon bei der Verpflichtung von James gleich wieder die nächste Frage auf: Was ist mit Thomas Müller?"

Gleichzeitig betont Hoeneß: "Dass Julian Draxler ein Spieler ist, der dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen würde, steht außer Frage." Der Kader sei schlichtweg zu voll, deshalb habe Hoeneß schon jetzt "Bauchschmerzen, wenn alle Spieler mal fit sein sollten."

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