Bundesliga: Hoeneß kontert Sammer-Aussagen

Uli Hoeneß hat die Kritik des ehamaligen Matthias Sammer am Umgang des FC Bayern München mit Thomas Müller mit deutlichen Worten gekontert.

Uli Hoeneß hat die Kritik des ehamaligen Matthias Sammer am Umgang des FC Bayern München mit Thomas Müller mit deutlichen Worten gekontert.

Der TV-Experte hatte sich im Interview mit Eurosport für den Weltmeister stark gemacht und den Neuzugang James Rodriguez als "eingeschränkt" bezeichnet.

Auf einem Marketingtermin im Zuge der Asienreise des FC Bayern sagte der Präsident auf Nachfrage der Bild dazu: "Ich habe das nicht gelesen. Aber ich würde dem Matthias dringend raten, in seinem neuen Job relativ wenig über Bayern zu reden. Weil ich bin überzeugt, dass er gegen Bayern gar nichts hat. Aber dass er für das Geld, das er jetzt verdient, immer wieder provokative Fragen zum FC Bayern kriegen wird, aus denen er sich nicht immer herauswinden kann." Diese Tatsache führe zu Aussagen wie denen über Müller.

Hoeneß selbst versteht die Zweifel nach der James-Verpflichtung nicht: "Ich finde das ziemlich kurz gesprungen, wenn man den Transfer von James nur auf eine Konkurrenzsituation für Thomas Müller zurückführt. Dieser Spieler kann meiner Meinung nach verschiedene Positionen spielen: auf der linken, auf der rechten Seite. Aber natürlich auch im Zentrum hinter den Spitzen. Es wird sich zeigen, wo er dann am Ende spielen wird."

Hoeneß sieht die Situation von Müller nicht kritisch

Sowieso sei die Situation von Müller im Kader der Münchner nicht so fatal: "Die Diskussion um Thomas Müller kann ich nicht ganz verstehen, weil ich habe das Gefühl, dass Thomas auch - wie Franck Ribery - sehr, sehr gut beieinander, in guter Verfassung ist. Und ich bin ziemlich sicher: Wenn Thomas so spielt wie in Gladbach bei dem Turnier oder auch gegen Arsenal über einige Zeit, dann wird er meiner Meinung nach sich über seinen Stammplatz keine Sorgen machen müssen."

Der Weltmeister habe einen besonderen Wert: "Thomas ist ein unglaublicher Leistungs- und Sympathieträger für den FC Bayern. Aber am Ende muss er sich auch dem Leistungstest stellen. So wie ich ihn kenne, wird er das tun."

Ribery wird "viele Spiele über 90 Minuten machen"

Neben Müller sorgte sich zuletzt auch Franck Ribery um seine Einsatzzeiten beim Rekordmeister, beklagte die vielen Auswechslungen im letzten Jahr. Doch auch beim Franzosen sieht Hoeneß eine steigende Kurve: "Ich glaube, Franck hat in den ersten Spielen jetzt in dieser Saison gegen Hoffenheim oder auch gestern - die Stunde, die er gespielt hat - gezeigt, dass er es total ernst nimmt, dass er es nochmal richtig wissen will. Und ich denke, wenn er so spielt wie in den letzten zwei Spielen, dann wird er nächstes Jahr viele Spiele über 90 Minuten machen."

Generell sieht er im Konkurrenzkampf innerhalb des Kaders eher einen Vorteil als einen Nachteil: "Ich glaube, in der vergangenen Saison war hin und wieder nach Verletzungsproblemen der Druck von außen nicht so groß, dass man sich auch mal schwächere Spiele erlauben konnte. Ich denke, wenn viele gesund bleiben, dann wird in der kommenden Saison der Leistungsdruck für jeden Einzelnen etwas größer werden. Und das wird meiner Meinung nach am Ende zu besseren Leistungen führen."

Darüber hinaus äußerte sich Hoeneß auch zur vakanten Position des Sportdirektors: "Wir sehen das Problem auch. Sie können versichert sein, dass dabei was Vernünftiges rauskommen wird."