Bundesliga: Herthas Mut wird im Spiel gegen Bayern München belohnt

Freudentänzchen im Olympiastadion: Salomon Kalou (Nr. 8) feiert den Hertha-Ausgleich mit Karim Rekik und Ondrej Duda

Berlin.  Trainer Pal Dardai, sein Co Rainer Widmayer und Manager Michael Preetz feierten auf der Hertha-Bank, als wäre es um die Meisterschaft gegangen. Auf der Vip-Tribüne des Olympiastadions schaute Uli Hoeneß dermaßen verkniffen und frustriert, als hätte sich alle Welt gegen den FC Bayern verschworen. Dabei hatten sich Hertha BSC und Titelverteidiger München in einem spektakulären Spiel mit einem 2:2 (0:1) getrennt. Doch die ­Gesichter der Beteiligten zeigten, wie unterschiedlich die Lesart des ­Resultates doch war.

Die Vorzeichen waren besondere. Nach der frühesten Trainer-Entlassung der Bayern-Historie – Willy Sagnol ersetzte den am Donnerstag geschassten Italiener Carlo Ancelotti – hatten sich die Gäste extrem viel vorgenommen. Sagnol hatte jene Stars eingesetzt, die beim 0:3 unter der Woche in Paris gefehlt hatten: Mats Hummels, Jerome Boateng, Arjen Robben und Franck ­Ribéry durften ran.

Die 196-Spiele-Serie ist gerissen

Doch schon mit dem Anpfiff zeigte sich an einem anderen Detail: Die Zeiten haben sich geändert. Nach 196 Bundesliga-Auswärtsspielen in Folge, in denen die Bayern als Publikumsmagnet stets in restlos gefüllten Stadien gespielt haben, war mit der Kulisse von 71.212 ­Besuchern im Olympiastadion (74.500 Plätze) erstmals seit Februar 2006 ein Bayern-Spiel nicht ausverkauft.

Auf dem Rasen nahm das Geschehen zunächst den Gang, den der Liga-Dominator oft genug abgespult hat. Hummels köpfte nach einer Boateng-Flanke ein, 0:1 (10. Minute). Einen Elfmeter, den Schiedsrichter...

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