Bundesliga: Gladbachs Doppelsechs gegen den HSV: Ein Herz aus zwei 18-Jährigen

Beim 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV bildeten die beiden erst 18-jährigen Reece Oxford und Mickael Cuisance die Doppelsechs von Borussia Mönchengladbach. Ihre Fähigkeiten ergänzten sich hervorragend: Während Oxford absicherte, glänzte Cuisance mit klugen Pässen.

Beim 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV bildeten die beiden erst 18-jährigen Reece Oxford und Mickael Cuisance die Doppelsechs von Borussia Mönchengladbach. Ihre Fähigkeiten ergänzten sich hervorragend: Während Oxford absicherte, glänzte Cuisance mit klugen Pässen.

Einen Haken hatte dieser eigentlich perfekte Freitag von Reece Oxford dann doch noch, denn seine Geburtstagsfeier musste ausfallen. "Ich war nach dem Spiel total müde", berichtete er eine Nacht danach in einem Interview auf der Vereinshomepage. "Zu müde, um in meinen Geburtstag hinein zu feiern." Stattdessen habe er zuhause auf der Couch entspannt, erzählte er. Entspannt und zurückgeblickt auf seinen letzten Tag als 18-Jähriger.

Knapp zwei Stunden dieses Tages verbrachte er gemeinsam mit Mickael Cuisance, einem anderen 18-Jährigen. In Abwesenheit des gesperrten Denis Zakaria und des verletzten Christoph Kramer liefen die beiden erstmals als Gladbacher Doppelsechs auf. Zwei 18-Jährige bildeten also das Herz der Mannschaft - und es pochte einwandfrei.

"Mickael und ich haben es im Mittelfeld durchgezogen", sagte Oxford. Beinahe hätten sogar beide getroffen, doch erst scheiterte Oxford an der Latte (6.) und dann Cuisance am Pfosten (38.). "Ich denke, dass wir trotz unseres jungen Alters gezeigt haben, dass wir diese Positionen spielen und in der Bundesliga mithalten können." Für Oxford war es eine ungewohnte Position, genau wie die des Rechtsverteidigers, auf der er drei Tage zuvor sein Startelfdebüt in der Bundesliga gefeiert hatte.

Innenverteidiger Oxford und Spielmacher Cusiance

Oxford ist gelernter Innenverteidiger und gab mit diesen Innenverteidiger-Qualitäten und seiner körperlichen Präsenz von 1,91 Metern gegen den HSV den defensiveren Part der Doppelsechs. Dass er das könne, kündigte Oxford bereits im Sommer an, als er von seinem Premier-League-Debüt für West Ham United berichtete. 16 war Oxford damals, er lief ebenfalls im Mittelfeld auf, sein Gegenspieler hieß Mesut Özil und West Ham gewann mit 2:0.

Neben und vor ihm wirbelte damals Dimitri Payet und nun gegen den HSV eben Cuisance. Ebenfalls ein Franzose, ebenfalls ein geborener Spielmacher. Auch bei seinem zehnten Bundesligaspiel für Gladbach fiel Cuisance mit einigen riskanten aber klugen Pässen auf. Wie in der 23. Minute, als er Raffael mit einem genialen Zuspiel in den Strafraum schickte.

Cuisance traut sich etwas und dafür wird er in Gladbach geschätzt. "Risiko-Spieler", nannte ihn mal Sportdirektor Max Eberl und will das als Lob verstanden wissen: "Genau die wollen wir doch!" Cuisance hat Ideen und setzt sie auch um. Wieder und wieder und auch, wenn es zunächst nicht funktioniert. Gegen den HSV funktionierte es meist: Knapp 84 Prozent seiner Pässe in der gegnerischen Hälfte kamen an. "Herrlich, was er für ein Selbstvertrauen der Junge hat", sagte Eberl mal und Trainer Dieter Hecking lobte: "Das ist eine Qualität, die man selten findet."

Englischer und französischer U-Nationalspieler

Gladbach hat diese Qualität in Person von Cuisance in der U19 des AS Nancy gefunden, von wo er im Sommer für eine Ausbildungsentschädigung von 250.000 Euro verpflichtet wurde. "Borussia ist ein perfekter Verein für junge Spieler wie mich", sagte Cuisance. Sein Doppelsechs-Partner Oxford spielt dagegen nur per Leihe in Gladbach. Im Sommer muss er Stand jetzt zurück zu seinem Stammverein West Ham, doch Eberl führt gerade "Sondierungsgespräche" über eine feste Verpflichtung.

Aktiv sind beide auch in den U-Nationalteams ihrer jeweiligen Länder. Oxford spielt in der englischen U20 und wird wohl bald in die U21 aufsteigen, Cuisance in der französischen U19. Geht es aber nach Hecking, wäre er gar nicht spielberechtigt: "Er tritt auf wie ein 23-Jähriger."

Diese Annahme unterstrich Cuisance auch bei seinem Doppelsechs-Debüt mit dem ebenfalls erstaunlich reif agierenden Oxford. Gemeinsam bildeten sie ein Duo, das in Gladbach Fantasien weckt.

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