Bundesliga: Gewinner/Verlierer, Teil 3: Zeit für Sechser

Die Bundesligasaison 2017/2018 steht unmittelbar bevor. Zeit also, die Gewinner und Verlierer der 18 Vereine zu beleuchten. Wer hat in der Vorbereitung besonders überzeugt, für wen sind dagegen die Chancen auf Einsätze gesunken? SPOX liefert einen Überblick. Im dritten und letzten Teil geht es um die Spitzengruppe der Liga mit dem FC Bayern, RB Leipzig und dem BVB.

Die Bundesligasaison 2017/2018 steht unmittelbar bevor. Zeit also, die Gewinner und Verlierer der 18 Vereine zu beleuchten. Wer hat in der Vorbereitung besonders überzeugt, für wen sind dagegen die Chancen auf Einsätze gesunken? SPOX liefert einen Überblick. Im dritten und letzten Teil geht es um die Spitzengruppe der Liga mit dem FC Bayern, RB Leipzig und dem BVB.

Seite 1: Hertha BSC und 1. FC Köln

Hertha BSC

Gewinner: Alexander Esswein. Pendelte in der Vorsaison permanent zwischen Startelf und Bank, nur eine einzige Bundesligapartie spielte er über 90 Minuten. Nun hat Coach Pal Dardai den 27-Jährigen etwas versetzt, weil Davie Selke verletzt ausfällt. Esswein spielt jetzt nicht mehr auf der offensiven Außenbahn, sondern ist direkt in die Spitze neben Vedad Ibisevic gerückt. Hier kommt seine Schnelligkeit besser zum Tragen, Esswein kann zudem freier agieren und ist gefährlicher vor dem Kasten.

Verlierer: Sinan Kurt. Galt vor rund drei Jahren mal als eine der größten Versprechungen des deutschen Fußballs, stürzte aber genau seitdem immer weiter ab. Bekam von Dardai in der Vorbereitung ein paar deftige Worte zu hören, die in erster Linie seine Mentalität und Professionalität angreifen. Kurt muss sich dringend hinterfragen, sonst bleibt er im Profifußball nicht mehr als das nächste Talent, das nichts aus sich machte. Sein Ruf hat bereits jetzt erhebliche Kratzer abbekommen.

1. FC Köln

Gewinner: Dominique Heintz. Verpasste in zwei Jahren nur drei Ligaspiele für den FC und wenn es nach Trainer Peter Stöger geht, kommen auch nicht viele dazu. Der Innenverteidiger ist unumstrittener Stamm- und Führungsspieler, der künftig nicht umhinkommen wird, noch mehr Verantwortung als ohnehin schon zu übernehmen. Hat seine Rolle durch eine fehlerfreie Vorbereitung weiter zementiert.

Verlierer: Einen echten Verlierer kann man beim FC nur schwer finden. Dominic Maroh wird jedenfalls einen langen Weg haben, um sich wieder auf sein bestes Niveau zurück zu kämpfen. Der Innenverteidiger fiel im Vorjahr vor allem aufgrund eines Schlüsselbein- und Rippenbruchs lange aus. Sein Vertrag läuft 2018 aus, die Zeit drängt also ein bisschen, zumal sich Heintz und Frederic Sörensen in seiner Abwesenheit sehr gut geschlagen haben. Beim ersten Pflichtspiel der Saison im Pokal gegen den Leher TS saß Maroh 90 Minuten auf der Bank.

Seite 2: TSG 1899 Hoffenheim und Borussia Dortmund

TSG 1899 Hoffenheim

Gewinner: Lukas Rupp. Kam im Vorjahr aufgrund anhaltender Kniebeschwerden nur zu 14 Einsätzen in der Bundesliga und ist damit nun so etwas wie ein halber Neuzugang für die TSG. Die Blessur ist jetzt Geschichte und Rupp auf dem Weg zurück zur Top-Form. Der laufstarke Ex-Stuttgarter besticht vor allem durch eine resolute Zweikampfführung, schaltet sich aber auch immer wieder ins Offensivspiel ein. Die Belohnung für eine starke Vorbereitung gab's gegen Liverpool in Form eines Startelfeinsatzes.

Verlierer: Adam Szalai. Sieben Tore in der vergangenen Rückrunde bescherten dem Ungarn eine Vertragsverlängerung bis 2019. Kürzlich laborierte Szalai noch an Wadenproblemen, weshalb er das Pokalspiel in Erfurt verpasste und gegen Liverpool 90 Minuten auf der Bank saß. Dieses Schicksal droht ihm dennoch weiterhin, denn in Sandro Wagner, Andrej Kramaric Serge Gnabry und Mark Uth hat es Szalai gleich mit vier Konkurrenten zu tun - die jetzt auch erst einmal die Nase vorne haben. Auch Neuzugang Florian Grillitsch, dem Trainer Julian Nagelsmann zu wenig Temperament bescheinigte, hat nach einer durchwachsenen Vorbereitung aktuell einen schwierigen Stand.

Borussia Dortmund

Gewinner: Nuri Sahin. Unter Thomas Tuchel war er nicht nur verletzungsbedingt lange Zeit auf dem Abstellgleis. Jetzt hat der türkische Nationalspieler wieder reichlich Oberwasser. Sahin verpasste in der Vorbereitung kaum eine Einheit, steht im Saft und ist vor allem aufgrund der Verletzung von Julian Weigl gesetzter Sechser in der neuen 4-3-3-Formation von Peter Bosz. Das merkt man ihm auch an: Sahin ist wieder mit Freude dabei und geht engagiert zu Werke.

Verlierer: Ousmane Dembele. Würde in dieser Kategorie niemals auftauchen, wenn es nur ums Fußballerische ginge. Das tut es seit seinem Trainingsstreik aber längst nicht mehr. Dembele hat es sich in Rekordzeit mit Klub und Mitspielern verscherzt, sein bockiges Verhalten ist eines Profispielers unwürdig. Schwer vorstellbar, dass er nach dieser Episode beim BVB bleibt.

Seite 3: RB Leipzig und FC Bayern München

RB Leipzig

Gewinner: Peter Gulacsi. Der Ungar war im Vorjahr eine echte Bank im Tor und lieferte durchweg gute Leistungen ab. Da sich RBL aber dafür entschied, durch den Kauf von Yvon Mvogo einen offenen Konkurrenzkampf auszuloben, musste sich Gulacsi in der Vorbereitung weiter strecken. Das gelang dem 27-Jährigen, Coach Ralph Hasenhüttl legte sich kürzlich auf Gulacsi als Nummer eins fest. Ein weiterer Erfolg für den Torhüter: Seine Mitspieler wählten ihn in den Mannschaftsrat.

Verlierer: Oliver Burke. Der im Sommer 2016 für 15 Millionen Euro verpflichtete 20-Jährige tat sich im Vorjahr teils schwer, seine Stärken in das für ihn anfangs noch ungewohnte System der Leipziger einzubringen. Daran hat sich nur bis heute nicht viel geändert, so dass Burke weiterhin allenfalls eine Option als Einwechselspieler darstellt. Nun tauchen Gerüchte auf, wonach die Sachsen den Schotten womöglich gerne abgeben würden. Das hatte Sportdirektor Ralf Rangnick vor kurzem noch dementiert.

FC Bayern München

Gewinner: Sebastian Rudy. Stieg nach der Teilnahme am Confed Cup erst verspätet in die Vorbereitung ein, hat sich aber schnell auf der freien Position im zentral-defensiven Mittelfeld in den Vordergrund gespielt. "Er hat eine unglaubliche Klarheit in seinem Spiel, gepaart mit einer großen Spielintelligenz. Dazu seine Spielfreude, Ballsicherheit und Zweikampfstärke", lobt kürzlich Ex-Sportvorstand und Eurosport-Experte Matthias Sammer. Vergleiche mit Toni Kroos, den die Bayern vor drei Jahren zu Real Madrid ziehen ließen, sind nicht von der Hand zu weisen.

Verlierer: James Rodriguez. Ancelottis Wunschspieler hat keine gute Vorbereitung hinter sich. Konnte bei seinen Einsätzen kaum überzeugen und war vor allem im Abschluss erstaunlich ungefährlich. Zog sich zudem beim Audi Cup eine Muskelverletzung zu und wird noch einige Tage pausieren müssen. Genießt zwar das Vertrauen des Trainers, wird sich aber nach seiner Rückkehr steigern müssen und muss dann erstmal an Thomas Müller vorbei.

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