Bundesliga: Gerüchte um Nagelsmann nehmen kein Ende: "Können sagen, was wir wollen"

Jede Woche wird Julian Nagelsmann entweder mit Borussia Dortmund oder Bayern München in Verbindung gebracht. Die Dementis von 1899 Hoffenheim verhallen fast ungehört.

Jede Woche wird Julian Nagelsmann entweder mit Borussia Dortmund oder Bayern München in Verbindung gebracht. Die Dementis von 1899 Hoffenheim verhallen fast ungehört.

Ein bisschen muss sich Julian Nagelsmann fühlen wie Don Quijote mit seinen Windmühlen. "Wir können sagen, was wir wollen - es wird nur berichtet, was die Geschichte am Laufen hält", sagte sein Sportchef Alexander Rosen bei 1899 Hoffenheim dem SID: Der Trainer habe "klar gesagt, dass er nächstes Jahr hier sein wird. Aber unsere Aussagen werden als Ausreden, als Taktieren oder als Vorbereiten einer Ablösesumme definiert. Auf die Idee, dass es die Wahrheit sein könnte, kommt niemand."

Dass die Gerüchte in den vergangenen Tagen wieder hochkochten, ist kein Wunder. Schließlich spielt die TSG am Samstag (15.30/LIVETICKER) beim Rekordmeister Bayern München. Dort, wo Nagelsmann ein Haus baut und wo er sich (laut seinem viel beachteten Interview in der Hinrunde) durchaus glücklich fühlen würde.

"Ich werde mich zu keinem anderen Verein mehr äußern", sagte Nagelsmann am Donnerstag dazu. Er werde sich nur darauf fokussieren, "hier eine gute Arbeit" abzuliefern. In den vergangenen Wochen war das den Hoffenheimern insgesamt nicht gut gelungen - lediglich 13 Punkte aus den vergangenen 13 Spielen sind nicht viel. Und vielleicht auch zu wenig, um in München weiteres Interesse zu wecken.

Dazu passte die Meldung, Nagelsmann sei wieder aus dem Bayern-Fokus herausgerückt. Seit Wochen versuchen Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Uli Hoeneß zudem, Jupp Heynckes zum Bleiben zu überreden. Zumindest für noch eine Saison.

Nagelsmann nach wie vor "offen und kommunikativ"

Heynckes selbst fand lobende Worte für seinen potenziellen Nachfolger. "Julian Nagelsmann ist ein sehr junger und wissbegieriger Trainer", sagte er über den 30-Jährigen: "Ich selbst habe mit 34 Jahren Mönchengladbach übernommen und glaube, dass es in erster Linie darauf ankommt, wie die Ansprache zur Mannschaft ist."

Nach der Spielzeit 2018/19 könnte Nagelsmann die TSG dann dank einer Ausstiegsklausel relativ geräuschlos verlassen. Dass er in der kommenden Saison noch im Kraichgau an der Seitenlinie stehen wird, hatte nicht nur Nagelsmann selbst, sondern auch TSG-Mehrheitseigner Dietmar Hopp mehrfach betont.

"Julian ist definitiv der gleiche authentische Typ geblieben. Er ist nach wie vor sehr offen und sehr kommunikativ", sagte Rosen: "Wie ich hat aber auch er sich über das Ignorieren selbst klarster Aussagen gewundert."

Dass die Kameras in München besonders auf ihn gerichtet sein werden, belastet Nagelsmann nach eigener Aussage nicht. "Ich kann mich an kein Bundesligaspiel erinnern, wo ich nicht im Fokus stand", sagte der "Trainer des Jahres", der trotz der durchwachsenen Saison der Hoffenheimer mutig in München auftreten möchte.

"Wir haben gerade keinen Mega-Run, Bayern schon. Aber nur hinzufahren und zu schauen, dass wir nicht verlieren, ist der falsche Ansatz", sagte Nagelsmann, der in Bayern auf seine früheren Spieler Sandro Wagner, Niklas Süle und Sebastian Rudy treffen wird: "Wir versuchen schon zu gewinnen - mal gucken, ob wir das hinbekommen."

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