Bundesliga: FC Bayern in der Kaderanalyse: Mindestens ein echter Härtefall

Der FC Bayern München hat nach der enttäuschenden Schlussphase der Vorsaison Veränderungen im Kader angekündigt. Dabei stehen auch Fragezeichen hinter prominenten Namen - ungewollt oder hausgemacht. Fakt ist: Wie der Kader nach Ende der Transferperiode aussehen wird, ist ungewiss wie lange nicht beim Rekordmeister.

Der FC Bayern München hat nach der enttäuschenden Schlussphase der Vorsaison Veränderungen im Kader angekündigt. Dabei stehen auch Fragezeichen hinter prominenten Namen - ungewollt oder hausgemacht. Fakt ist: Wie der Kader nach Ende der Transferperiode aussehen wird, ist ungewiss wie lange nicht beim Rekordmeister.

Seite 1: Die Situation im Tor

FC Bayern München: Die Situation im Tor

Personal: Manuel Neuer, Sven Ulreich, Christian Früchtl

Fragezeichen: keine

Kandidaten: keine

Situation:

Die Planungen des FC Bayern auf der Torhüterposition sind abgeschlossen.

Mit Manuel Neuer steht der Kapitän wieder zur Verfügung. Nachdem er beinahe die gesamte letzte Saison verletzungsbedingt verpasste, ist Neuer für die kommende Saison wie ein Neuzugang. Zwar wird er aufgrund seines WM-Urlaubs die USA-Reise nicht mit antreten, anschließend wird er jedoch zum Team stoßen und noch eine ausreichend lange Vorbereitung absolvieren.

Bei der WM zeigte er mit starken Paraden, warum während seiner Verletzungspause so ein großer Hype um ihn gemacht wurde. Warum fast täglich eine Wasserstandsmeldung über den Äther ging. Neuer ist eine Führungspersönlichkeit und hat trotz langer Phase ohne Spielpraxis bewiesen, dass er nach wie vor Spitzenleistungen bringen kann. Sollte er verletzungsfrei bleiben, wird Neuer logischerweise wieder die klare Nummer eins sein.

Sven Ulreich rückt wieder ins zweite Glied hinter Manuel Neuer

Sein Stellvertreter Sven Ulreich machte seine Sache in der vergangenen Saison solide. Zwischenzeitlich sogar mehr als das. Im Frühjahr spielte er sich durch seine starken Auftritte sogar ins Blickfeld der Nationalmannschaft. Unter anderem sein übler Patzer im Champions-League-Halbfinale deutete jedoch zumindest an, dass seine Qualität womöglich nicht für das höchste Niveau reicht. Ulreich wird wieder ins zweite Glied rücken und zur Verfügung stehen, falls er gebraucht werden sollte.

Nach dem - diesmal wahrscheinlich endgültigen - Karriereende von Tom Starke komplettiert Youngster Christian Früchtl das Torhüterteam der Bayern. Zwischenzeitliche Gedanken an ein Leihgeschäft sind erst einmal ad acta gelegt. Der 18-Jährige soll im täglichen Training mit Neuer und Ulreich lernen und sich weiterentwickeln.

FC Bayern München: Der Sommerfahrplan

Datum Uhrzeit Ereignis
02. Juli 16 Uhr Trainingsstart
21. Juli 15.30 Uhr Audi Football Summit gegen PSG (Klagenfurt)
23. bist 30. Juli - Audi Summer Tour USA
25. Juli 19 Uhr ICC Spiel gegen Juventus (Philadelphia)
28. Juli 19 Uhr Audi Fottball Summit gegen Manchester City (Miami)
18. August 15.30 Uhr 1. Runde des DFB-Pokals
24. August 20.30 Uhr 1. Spieltag der Bundesliga
28. August 20.30 Uhr Abschiedsspiel Schweinsteiger gegen Chicago Fire (Allianz Arena)
Seite 2: Die Situation in der Abwehr

FC Bayern München: Die Situation in der Abwehr

Personal: Mats Hummels, Jerome Boateng, Niklas Süle, David Alaba, Juan Bernat, Joshua Kimmich, Rafinha

Fragezeichen: Jerome Boateng, David Alaba, Juan Bernat

Kandidaten: Benjamin Pavard, Kevin Vogt, Alex Telles, Matthijs de Ligt

Situation:

Auf den ersten Blick sind die Bayern in der Innenverteidigung prominent und stark besetzt. Jerome Boateng, Mats Hummels und Niklas Süle sind entweder schon seit Jahren Weltklasse (Boateng, Hummels) oder haben das Zeug dazu (Süle). Darüber hinaus kann Javi Martinez ohne großen Qualitätsverlust in der Abwehrzentrale ran. Eigentlich besteht dort wenig Handlungsbedarf.

Die Dynamik um Boateng stellt die Situation allerdings anders dar. Dieser hatte in der Vergangenheit immer mal wieder öffentlich mit einem Wechsel kokettiert. Konkret machte er einen Wechselwunsch aber nie. Umso erstaunlicher war es, wie offensiv Karl-Heinz Rummenigge den Verteidiger kurz vor der WM ins Schaufenster stellte. Damals reagierte Boateng irritiert. Er wisse nicht, was den Vorstandsvorsitzenden der Bayern zu dieser Aussage bewogen habe.

FC Bayern stellt Jerome Boateng ins Schaufenster

Sportdirektor Hasan Salihamidzic befeuerte die Spekulationen kürzlich in der SZ jedoch erneut: "Stand heute ist, dass wir mit Jerome in die Saison gehen, aber Jerome hat bekanntlich bestimmte Vorstellungen geäußert, und sollte es ein seriöses Angebot für ihn geben, werden wir uns das anhören."

Die Sprachregelung verwirrt. Eigentlich ohne Not werfen die Bayern Boateng auf den Markt und kratzen damit an seinem Status. Sollte ein Wechsel letztlich nicht zustandekommen, könnte Boateng die Situation schon bei den ersten schlechten Leistungen einholen. Die Schlagzeilen, die Zusammenarbeit zwischen Boateng und Bayern funktioniere einfach nicht mehr, sind vorprogrammiert. Und dieser Verbleib ist nicht unrealistisch. Durch seine durchwachsene WM ist der Marktwert von Boateng zumindest nicht explodiert.

Benjamin Pavard als möglicher Ersatz für Jerome Boateng

Sollte Boateng den Verein aber doch verlassen, müssten die Münchner zumindest einen Backup für Hummels und Süle verpflichten. Zuletzt waberten Gerüchte über eine bereits erfolgte Einigung mit WM-Shooting-Star Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart durch die Medien. Allerdings für 2019, wenn der Youngster angeblich aufgrund einer Ausstiegsklausel für 35 Millionen kommen könnte. Im Falle eines Boateng-Abgangs könnte der FC Bayern auch versuchen, den Franzosen noch in diesem Sommer zu bekommen.

Im Gegensatz zum ebenfalls gehandelten Kevin Vogt hätte Pavard den Vorteil, dass er zugleich wie in der Equipe Tricolore als Rechtsverteidiger auflaufen könnte und dort mindestens Backup für Joshua Kimmich sein könnte.

Bislang erfüllt diese Aufgabe Rafinha, der seinen Vertrag noch einmal um ein Jahr verlängerte. In der vergangenen Saison war der Brasilianer auf beiden Außenverteidigerpositionen ein zuverlässiger Stellvertreter. Jedoch spricht erstens die Zeit gegen den 32-Jährigen, zweitens bestehen spätestens nach seinem fatalen Fehler gegen Real Madrid Zweifel daran, ob er der hochwertige Ersatz ist, den die Bayern auf Dauer brauchen.

Juan Bernat vor dem Absprung

Sehr wahrscheinlich ist ein Abgang von Linksverteidiger-Backup Juan Bernat. Sein schwacher Auftritt im Champions-League-Viertelfinale gegen Sevilla war der letzte Hinweis darauf, dass der Spanier es bei den Bayern nicht geschafft hat. Salihamidzic deutete an, dass der Verein einem Abgang nicht abgeneigt wäre.

Als möglicher Ersatz kam zuletzt Alex Telles vom FC Porto ins Gespräch. An diesem sind offenbar aber auch Juventus Turin, Paris Saint-Germain und der FC Liverpool interessiert. Ob die Münchner bereit sind, seine Ausstiegsklausel in Höhe von 40 Millionen Euro zu ziehen, wenn sie ihn eigentlich nur als Backup einplanen, darf bezweifelt werden.

Heiß könnte die Personalie dann werden, wenn David Alaba überraschenderweise doch wechseln sollte. Der Österreicher hatte sich vor einigen Wochen allerdings entgegen anders lautenden Gerüchten zum FC Bayern bekannt.

Seite 3: Die Situation im Mittelfeld

FC Bayern München: Die Situation im Mittelfeld

Personal: Javi Martinez, Sebastian Rudy, Thiago, Leon Goretzka, Corentin Tolisso, Arturo Vidal, Renato Sanches, James Rodriguez

Fragezeichen: Thiago, Arturo Vidal

Kandidaten: keine

Situation:

Die meiste Arbeit kommt auf die Verantwortlichen des FC Bayern im Mittelfeld zu. In der SZ bezeichnete es Salihamidzic als "die Pflicht des Vereins, dem Trainer einen Kader zur Verfügung zu stellen, in dem keine Unzufriedenheiten vorprogrammiert sind." Diese zeichnen sich in der Spielfeldzentrale aktuell allerdings ab: "Wir haben - Stand jetzt - neun mehr oder weniger zentrale Mittelfeldspieler für wahrscheinlich nur drei Positionen."

Neben den acht etatmäßigen Akteuren rechnete Salihamidzic Angreifer Thomas Müller ein, der in einem 4-2-3-1, einem 4-3-3 oder einem 3-4-3 potentiell in der Zentrale in Frage kommt.

Dort wird also sicher noch etwas passieren. Auf der Abgangseite.

Renato Sanches soll eine neue Chance bekommen

Zum ohnehin prall besetzten Mittelfeld stoßen in diesem Sommer nämlich noch Leon Goretzka und Rückkehrer Renato Sanches.

Der Portugiese soll nach seinem enttäuschenden ersten Jahr und seiner verkorksten Leihe zu Swansea City eine weitere Chance in München erhalten. "Er hat Fähigkeiten, die man in der Bundesliga nicht täglich sieht. Ich hoffe, dass er den Kampf annimmt und hier letztlich einschlägt", sagte Trainer Niko Kovac über Sanches. Womöglich ist der im Vergleich zu Carlo Ancelotti detailversessenere Kovac ein Trainer, der den 20-Jährigen fördern und in seine EM-2016-Form zurückbringen kann. Von seiner Körperlichkeit könnte Sanches jedenfalls in die Idee des Kroaten passen.

Corentin Tolisso könnte als Weltmeister Ansprüche anmelden

Letzteres gilt auch für Corentin Tolisso. Dieser steht nach einer vielversprechenden ersten Saison bei den Bayern nun mit Frankreich im WM-Finale und kam auf dem Weg dorthin auf seine Einsätze. Sollte er als Weltmeister nach München zurückkehren, wäre auch sein Standing bei den Bayern ein anderes, er könnte berechtigte Ansprüche auf höhere Einsatzzeiten anmelden.

James Rodriguez und Javi Martinez stehen aufgrund ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten nicht zur Disposition und werden auch unter Kovac tragende Rollen spielen.

Sebastian Rudy bleibt eine Option für die Sechs

Würde Sebastian Rudy eine solche einnehmen, wäre es auf der einen Seite zwar überraschend. Andererseits erhöhte sich sein Ansehen paradoxerweise durch das schwache deutsche Abschneiden bei der WM. Die knappe halbe Stunde, die er gegen Schweden auf dem Platz stand, war die stabilste Phase des DFB-Teams im Turnierverlauf. Rudys Qualitäten auf der Sechs kamen dort auf der größtmöglichen Bühne zum Tragen.

Zwar hielten sich lange Gerüchte, Rudy könne die Bayern nach einer zum Ende hin enttäuschenden ersten Spielzeit wieder verlassen. Er selbst dementierte dies jedoch und kündigte an, sich durchbeißen zu wollen.

Fragezeichen bei Arturo Vidal

Die größten Fragezeichen stehen hinter der Zukunft von Thiago und Arturo Vidal.

Vidal war bereits in der vergangenen Saison - eigentlich bis zur Rückkehr von Jupp Heynckes als Trainer - ein ständiges Sorgenkind. Aufgrund fehlender Konstanz, vor allem aber aufgrund seines Lebenswandels, der nicht immer in das Weltbild des FC Bayern passt. Darüber hinaus ist Vidal mit 31 Jahren der älteste Spieler im Bayern-Mittelfeld und nur noch mit einem Vertrag bis Sommer 2019 ausgestattet. Wollen die Münchner noch eine Ablösesumme für den Chilenen generieren, müsste er in einer der nächsten beiden Transferperioden abgegeben werden.

Fakt ist aber auch: Vidal bringt dem Spiel der Münchner eine physische Komponente und einen Druck, den (noch) kein anderer Spieler einbringen kann. Wenn er fit war, stand er in den letzten Jahren nahezu bei allen wichtigen Partien auf dem Rasen. Und das nicht ohne Grund. Zudem zeigte Kovac in der Vergangenheit, dass er mit (vermeintlich) schwierigen Charakteren besonders gut arbeiten kann.

Vidal könnte im Plan des neuen Trainers potentiell eine Schlüsselfigur werden. Dennoch dürfte er aus besagten Gründen bei einem passenden Angebot der erste Streichkandidat im Mittelfeld sein. Derzeit soll sein Berater bereits den Markt sondieren.

Verlässt Thiago den FC Bayern München?

Kompliziert ist auch die Situation von Thiago. Zwar betonte Salihamidzic, "natürlich" mit dem Spanier zu planen. Die Spekulationen über einen Wechsel ließen jedoch in den letzten Monaten nicht nach. Auch weil er selbst und der Verein ein 100-prozentiges Treuebekenntnis vermeiden.

Der Ballstreichler hat seinen herausragenden Status beim FC Bayern verloren. Der Vorwurf, in wichtigen Spielen häufig abzutauchen, haftet ihm ebenso an wie der der fehlenden Effizienz.

Für einen Appel und ein Ei werden die Münchner Thiago definitiv nicht hergeben. Dazu ist er zu wertvoll und zu sehr Publikumsliebling. Gleichzeitig könnte er derjenige sein, bei dem das Verhältnis zwischen Entbehrlichkeit und erzielbarem Transfererlös stimmt. Sollte ein internationaler Spitzenklub eine hohe zweistellige Millionensumme auf den Tisch legen, werden sich die Bayern wohl gesprächsbereit zeigen. Ein Gedanke, der noch vor einem Jahr eigentlich absurd war. Doch Thiago könnte bei der Kaderreduzierung zum größten Härtefall werden.

Seite 4: Die Situation im Sturm

FC Bayern München: Die Situation im Sturm

Personal: Kingsley Coman, Serge Gnabry, Franck Ribery, Arjen Robben, Thomas Müller, Robert Lewandowski

Fragezeichen: Robert Lewandowski

Kandidaten: Timo Werner, Anthony Martial, Jann-Fiete Arp, Ante Rebic, Andrej Kramaric

Situation:

Ende Mai drohte die Personalie Robert Lewandowski vom Störfeuer zum Flächenbrand zu werden. Die immer wiederkehrenden Wechselgerüchte mündeten damals in einer Aussage von seinem Berater Pini Zahavi. Dieser teilte öffentlich den unbedingten Wechselwunsch des Polen mit. Der Verein sei bereits informiert.

Es war ein weiteres Kapitel eines ständigen Ping-Pong-Spiels zwischen der Partie Lewandowski und der Partei FC Bayern. Auf irgendeine Weise kommt ein Wechselwunsch an die Oberfläche. Also sieht sich der Verein gezwungen, öffentlich einen Abgang auszuschließen. Rummenigge ließ sich sogar zu einer Wette hinreißen, dass Lewandowski bleiben werde. Zu 100 Prozent.

Kovac bestätigte auch, fest mit dem Angreifer zu planen: "Wir rücken nicht davon ab, dass Robert Lewandowski auch in diesem Jahr beim FC Bayern spielen wird. Ich habe gesagt, wie wichtig er ist. Er ist ein Weltklasse-Stürmer, der für Bayern viel geleistet hat und auch in Zukunft noch sehr viel leisten wird."

Lewandowski will nach enttäuschender WM bei Bayern bleiben

Nach der enttäuschenden WM hat sich die Situation offenbar geändert. Lewandowski schied mit Polen als Gruppenletzter aus, erzielte kein Tor und distanzierte sich hinterher auf charakterlich fragwürdige Art und Weise von seinen Teamkollegen. Infolgedessen sollen nicht die erwartet attraktiven Angebote ins Postfach geflattert sein und Lewandowski sich deswegen entschieden haben, sein Drängen auf einen Wechsel einzustellen und sich mit der klaren Ansage eines Verbleibs abzufinden.

Also ein Strich drunter. Zumindest vorerst. Welche Dynamik der Abgang von Cristiano Ronaldo bei Lewandowskis Wunschverein Real Madrid nach sich ziehen wird, ist bislang nämlich noch nicht absehbar.

Die Frage ist, ob die Bayern-Verantwortlichen dem Theater bei einem potentiellen Angebot in der Nähe der 100-Millionen-Euro-Marke vielleicht doch nachgeben und damit einen drohenden Gesichtsverlust in Kauf nehmen.

FC Bayern: Timo Werner als Alternative für Robert Lewandowski?

Unter dem Strich wird es auch eine Frage der Alternative sein. Sandro Wagner ist ein solider Backup, aber eher kein Stammstürmer eines künftigen Champions-League-Siegers.

Medienberichten zufolge ist Timo Werner auf dem Radar des Rekordweltmeisters. Ob der Nationalspieler jedoch bereits auf dem Niveau ist, eine Soforthilfe bei einem möglichen Lewandowski-Abgang zu sein, ist nach dessen durchwachsener Vorsaison fraglich. Das Potential ist zweifelsohne da. Die Bayern werden Werner genau im Auge behalten, falls sie sich im kommenden Sommer doch dafür entscheiden sollten, Lewandowski einen Wechsel zu ermöglichen.

Ebenfalls eine Investition in die Zukunft wäre eine Verpflichtung von Hamburgs Jann-Fiete Arp. Angeblich sollen sich die Bayern mit dem Youngster bereits auf einen Transfer verständigt haben. Zwar ist noch nicht durchgesickert, wann dieser in Kraft treten soll. In der kommenden Saison wird er aber ohnehin noch keine ernsthafte Alternative sein.

Nachfolger für Arjen Robben und Franck Ribery gesucht

Auf den offensiven Flügeln wird die Aufgabe, die Nachfolger für Arjen Robben und Franck Ribery aufzubauen, akuter denn je. Das Duo hat zwar jeweils noch einmal um ein Jahr verlängert, im kommenden Sommer wird aber voraussichtlich Schluss sein. Beide werden qua Anspruch, qua Hierarchie und qua Leistung in wichtigen Spielen weiterhin Optionen für die Startelf sein, gewiss aber nicht in 50 Saisonspielen.

Kingsley Coman muss dort die gute Entwicklung der vergangenen Saison bestätigen und konstant auf hohem Niveau liefern. Neuzugang Serge Gnabry hat zweifelsohne die fußballerischen Fähigkeiten und wird seine Chancen bekommen, der Beweis der Wettbewerbsfähigkeit auf internationalem Topniveau steht aber noch aus.

Thomas Müller kann auf den Flügeln spielen. Dass dort nicht seine optimale Position ist, zeigte aber nicht nur die WM, sondern auch die vergangene Saison beim FC Bayern. Der Vize-Kapitän wird als hängende Spitze oder im Zehnerraum weiterhin eine wichtige Stütze der Mannschaft sein.

Dass die Bayern spätestens im Sommer 2019 auf den offensiven Außenbahnen nachlegen werden, ist dennoch wahrscheinlich. Bei einem passenden Kandidaten womöglich sogar schon in diesem Sommer.

Ante Rebic könnte zum FC Bayern passen

Dass Ante Rebic bei den Bayern auf dem Zettel steht, ist bislang genauso wie bei seinem Nationalmannschaftskollegen Andrej Kramaric (für die Sturmzentrale) lediglich in windigen Gerüchten aufgekommen.

Potentiell könnte Rebic aber in den Überlegungen der Bayern eine Rolle spielen. Er bringt Tempo mit, ist erst 24 Jahre alt, kann auf beiden Flügeln und in der Spitze spielen. Dazu versteht er sich gut mit Trainer Kovac, schließlich haben die beiden gemeinsam den FC Bayern erst kürzlich im Pokalfinale besiegt. Darüber hinaus macht der Frankfurter gerade bei der WM auf sich aufmerksam, ist auf dem Weg ins Finale zur festen Größe in der kroatischen Mannschaft geworden.

Letzteres könnte allerdings dazu führen, dass der Preis explodiert. Rebic ist einer der heißesten Spieler in Europa und halb England soll ihn jagen. Die Bayern müssten, sollten sie tatsächlich um Rebic buhlen, schon alles auf die Kovac-Karte setzen.

Was ist dran am Gerücht um Anthony Martial?

Neben Rebic geisterte zuletzt auch der Name Anthony Martial durch die Gazzetten. Der 22 Jahre alte Außenstürmer will Manchester United nach dem Verlust seines Stammplatzes verlassen. Er ist jung, schnell, hat Potential und die Bayern haben mit Franzosen in den letzten Jahren sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die kolportierte Ablösesumme in Höhe von 85 Millionen Euro lässt einen Transfer Martials allerdings eher unwahrscheinlich erscheinen.

Mehr bei SPOX: FC Bayern: Auswärtstrikot in grau und lila? | FCB: Brazzo will Mittelfeld ausdünnen | FC Bayern wohl mit HSV-Talent Arp einig