Bundesliga: Ex-Buli-Spieler gesteht Drogenkonsum

Der ehemalige Bundesliga-Spieler Chinedu Ede (33) hat Kritik am Fußball-Geschäft geübt und dabei inbesondere den ständigen Druck und die fehlende Ehrlichkeit angesprochen. Ausdruck verlieh er seinen Gedanken zuletzt in einem Rap-Song.

"Am Ende wollten sie in dieser Industrie, und das ist das Fußballgeschäft wirklich, einfach nur anpassungsfähige, unmündige und gleichgestellte Roboter, die immer denselben Scheiß erzählen. Dieses Drumherum, dieses ganze Funktionärstum - es hat mich so angewidert", erklärt Ede, der seine Karriere im vergangenen Jahr in der Regionalliga bei der VSG Altglienicke beendete, bei t-online.de.

Zu der Aussage "Ich hasste Fußball", eines seiner Zitate aus dem Rap-Song "Reflexion", sagte Ede: "Ich habe damit angefangen, weil es Spaß gemacht hat", am Ende habe er jedoch festgestellt: "99 Prozent der Spieler, die offen und ehrlich Dinge angesprochen haben, wurden ganz schnell ausgetauscht. Wer Ecken und Kanten hat, wurde so zurechtgemeißelt, bis er in diese Welt passte."

Ede: "Dann spielst du auch mal auf deinen Restdrogenwerten"

Die Textzeile "Vor 60.000 im Bundesliga-Spiel, manchmal zugeballert" begründete er mit dem Zwang, teilweise mit Schmerzmitteln auflaufen zu müssen. Er gab zu, dass es sich dabei unter anderem um Drogen handelte: "Manchmal hat man so krass den Anschluss zur Realität verloren und wollte allem gerecht werden, dass das zum Balsam wurde. Ja, dann spielst du auch mal auf deinen Restdrogenwerten."

Auch deshalb wählte Ede 2014 den Schritt ins Ausland und spielte in Zypern für Anathorsis Famagusta und in Thailand für Bangkok United, denn über die Erfahrungen in Deutschland meint er: "Klar hast du dafür einen Haufen Schmerzensgeld kassiert, doch am Ende rechtfertigt kein Geld der Welt, das man nicht man selbst sein darf."

Der gebürtige Berliner Ede stammt aus der Jugend der Hertha und debütierte für diese in der Bundesliga. Nach Stationen bei den damaligen Zweitligisten MSV Duisburg und Union Berlin (11 Tore, 20 Vorlagen) kamen beim FSV Mainz 05 neun weitere Einsätze in Deutschlands höchster Spielklasse hinzu. Den größten Erfolg seiner Karriere feierte der Rechtsaußen mit dem Gewinn der U21-Europameisterschaft im Jahr 2009 an der Seite von Jerome Boateng, Manuel Neuer und Mesut Özil.

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