Bundesliga: Dortmunds Jo-Hoo Park: Randnotiz Jugor Part

Im Sommer 2015 zahlte Borussia Dortmund drei Millionen Euro an den 1. FSV Mainz 05 für Joo-Ho Park . Der Linksverteidiger kam seitdem nur in zwölf Pflichtspielen für die Profis zum Einsatz, mittlerweile gehört er zum Kader der BVB-Amateure.

Im Sommer 2015 zahlte Borussia Dortmund drei Millionen Euro an den 1. FSV Mainz 05 für Joo-Ho Park. Der Linksverteidiger kam seitdem nur in zwölf Pflichtspielen für die Profis zum Einsatz, mittlerweile gehört er zum Kader der BVB-Amateure.

Der 10. August wurde ohne eigene Mithilfe zu einem großen Tag bei Borussia Dortmund. Zu groß, um sich Nebensächliches zu merken. Damals nämlich war Ousmane Dembele nicht zum Training erschienen. Wenig später gab sich BVB-Coach Peter Bosz auf der Pressekonferenz ahnungslos, wo der Franzose denn stecken würde.

Doch auf dieser PK wurde ein weiterer als verschollen geglaubter Spieler thematisiert. Was denn angesichts der damaligen Verletzungsmisere auf den Außenverteidigerbahnen eigentlich mit Linksverteidiger Joo-Ho Park los sei, wollte ein Journalist von Bosz wissen.

Der Niederländer wurde klassisch auf dem falschen Fuß erwischt. "Jugor Part?", fragte Bosz erstaunt nach. Die Hilfe der Medienabteilung folgte prompt, Bosz wurde hörbar der Begriff "U23" eingeflüstert.

BVB schafft es nicht, Park zu verkaufen

"Ich habe noch nicht mit ihm gearbeitet", klärte Bosz schließlich auf. Das stimmte, schließlich wurde Park zuvor bei keiner von Boszs Trainingseinheiten gesichtet. Stattdessen trieb sich der Südkoreaner bei der zweiten Mannschaft herum. Boszs Unwissenheit verdeutlichte, dass es offenbar nicht seine eigene Entscheidung war, Park bei den Amateuren zu parken.

Dort ist nun aber Parks Hauptbetätigungsgebiet in seiner dritten Spielzeit beim BVB. Der 30-Jährige ist endgültig zu einer Randnotiz verkommen, nachdem zuvor mehrere Versuche fehlschlugen, Park zu verkaufen.

Bei einem Abgang würde die Personalie ein Verlustgeschäft für den Verein darstellen. Da kann wohl selbst der findige BVB-Manager Michael Zorc nichts mehr ausrichten, schließlich drückt ihm garantiert niemand mehr die drei Millionen Euro in die Hand, die die Borussia im Sommer 2015 zwei Tage vor Transferschluss an den 1. FSV Mainz 05 überwies.

Ex-Coach Schmidt warnte Park

Damals reagierte Dortmund auf den Wechsel von Jugendtalent Jeremy Dudziak zum FC St. Pauli. In Park bekam der neue Trainer Thomas Tuchel eine erfahrene und ihm bekannte Alternative, Park sollte den Ersatzmann von Marcel Schmelzer geben.

Seitdem sind für Park nur zwölf Pflichtspiele bei den Profis hinzugekommen, das letzte Ende Oktober 2016. Da war nach 45 verheerenden Spielminuten in Ingolstadt vorzeitig Schluss für ihn. Bei der U23 kam er im Vorjahr zu zwei, aktuell steht er bei drei Einsätzen.

"Ich habe ihm gesagt, mach es nicht, hier hast du einen Stammplatz. Das Risiko ist groß, bei einem Verein wie Dortmund nur Backup zu sein", sagte der ehemalige Mainzer Chefcoach Martin Schmidt.

Ablösefrei im Sommer 2018

Der heutige Wolfsburg-Trainer behielt Recht, wenngleich man auch dagegen halten kann, dass selbst eine Perspektive als zweiter Mann bei einem Verein wie dem BVB für Park bestimmt nicht per se uninteressant erschien. Dass er nun jedoch so weit weg vom Profigeschehen ist, das hatte sich Park sicherlich nicht gedacht.

Bei den Schwarzgelben besitzt Park noch einen Vertrag bis 2018. Seit mehreren Transferperioden versucht Zorc bereits, den Südkoreaner abzustoßen. Lose Anfragen trudelten immer mal wieder ein, von einer Einigung war man aber jeweils weit entfernt.

Zumal Park, der 2011 aus Südkorea den Schritt nach Europa zum FC Basel wagte, in Dortmund ordentlich entlohnt wird und tolle Bedingungen vorfindet. Ein Interesse wie im Sommer von AEK Athen kann ein Spieler dann auch mal als nicht besonders attraktiv einstufen. Der letzte große Vertrag in Parks Karriere, das müsste nach derzeitigem Stand bereits der aktuelle beim BVB sein.

Park ohne Aussicht auf Einsätze bei den BVB-Profis

Wie es scheint, hat diese vertrackte Situation keine emotionalen Auswirkungen auf Park. Er hat sich nicht öffentlich beschwert und nimmt seine Rolle an. Das entspricht auch seinem Naturell, Park gilt teamintern als Vertreter der Sorte Spaßvogel.

Eine Ellbogenverletzung stoppte ihn zuletzt. Wenn er wieder auf dem Damm ist, geht es bei der zweiten Mannschaft für ihn weiter. Eine Aussicht auf Einsätze bei den Profis hat Park anders als sein in einer ähnlichen Situation steckender Teamkollege Neven Subotic, der kürzlich unter Bosz einen akuten Innenverteidiger-Engpass beheben musste, nicht.

Und im Winter folgt dann halt die nächste Episode, um eine Lösung zu finden und das längst offensichtliche Missverständnis zwischen Park und dem BVB endgültig zu beenden. Gelingt dies erneut nicht, lockt im Sommer die Aussicht auf einen ablösefreien Transfer und daher eine größere Anzahl an Interessenten.

Dabei hatte es eigentlich so gut angefangen: Mitte September 2015, in Parks erstem Pflichtspiel für Dortmund, steuerte er gegen FK Krasnodar in der Europa League den Assist zum 1:1 bei - und traf in der dritten Minute der Nachspielzeit sogar noch zum 2:1-Sieg.

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