Bundesliga: Boateng gegen die Hertha: Ins eigene Herz

Kevin-Prince Boateng hat Eintracht Frankfurt zum Sieg gegen seinen Ex-Klub Hertha geführt. Jubeln wollte der Berliner danach nicht. Lieber geißelte er seine eigene Leistung.

Kevin-Prince Boateng hat Eintracht Frankfurt zum Sieg gegen seinen Ex-Klub Hertha geführt. Jubeln wollte der Berliner danach nicht. Lieber geißelte er seine eigene Leistung.

"Ausgerechnet" ist wohl das Wort, das vielen am Sonntagnachmittag im Olympiastadion Berlin in den Sinn kam. In dieser 80. Minute, als ausgerechnet der gebürtige Berliner, der ehemalige Herthaner, der dem Klub immer noch so verbundene Boateng den Ball ins Berliner Tor zwirbelte. Für Eintracht Frankfurt.

Dass die Konstellation Kevin-Prince Boateng, Hertha BSC und Eintracht Frankfurt Denkwürdiges verspricht, war bereits im Vorfeld klar. Im Trikot der Hertha machte Boateng sein erstes Profispiel gegen Frankfurt, er schoss sein erstes Bundesligator gegen Frankfurt und erzielte sein letztes Tor für die Berliner gegen Frankfurt. Und jetzt: das erste Tor gegen Berlin - mit Frankfurt.

Verständlich, dass der Jubel nach dem Treffer gegen die alte Liebe, einem Treffer irgendwie ins eigene Herz, ausblieb. "Natürlich jubel' ich hier nicht", sagte Boateng nach dem Schlusspfiff. "Ich bin hier aufgewachsen und habe einen Riesenrespekt vor Hertha und den Fans." Vor dem Spiel, berichtet die Bild, habe der 30-Jährige sogar Hertha-Hymne "Nur nach Hause" mitgesungen.

Boateng über Boateng: "Eine Vollkatastrophe"

Nach dem Spiel wich das Singen dem Schimpfen - und zwar über sich selbst. "Dass wir das Spiel gewonnen haben, fühlt sich natürlich gut an", sagte Boateng bei Sky und polterte: "Doch es war eigentlich die schlechteste Leistung meiner Karriere."

"Eine Vollkatastrophe", so das Urteil von Boateng über Boateng. Und in der Tat lief vieles bis zu seinem entscheidenden Treffer am Mittelfeldmann vorbei. In der gegnerischen Hälfte landeten nur knapp über die Hälfte seiner Zuspiele beim eigenen Mann, Zweikämpfe gewann er nicht einmal jeden dritten.

Aber: "Zum Glück funktioniert der linke Fuß noch." Der beförderte die Hessen auf Rang acht - punktgleich mit Borussia Dortmund auf Europa-League-Rang sechs. Etwas wohlwollendere Worte gab es so auch von Coach Niko Kovac: "Er hat heute in vielen Situationen das Spiel beruhigt. Er war wichtig."

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