Bundesliga: Bayerns Youngster auf der USA-Reise: Sieht so die Zukunft aus?

Mit 13 Youngster im Kader bereitet sich der FC Bayern aktuell in den USA auf die kommende Spielzeit vor. Die mitgereisten Nachwuchs-Akteure stehen dabei exemplarisch für die Münchner Scouting-Philosophie. SPOX gibt einen Überblick.

Mit 13 Youngster im Kader bereitet sich der FC Bayern aktuell in den USA auf die kommende Spielzeit vor. Die mitgereisten Nachwuchs-Akteure stehen dabei exemplarisch für die Münchner Scouting-Philosophie. SPOX gibt einen Überblick.

Seite 1: Tor

Tor

Christian Früchtl

Der 18-Jährige gilt als eines der größten Torwart-Talente des Landes und rückt in dieser Saison anstelle des emigrierten Tom Starkes in der Rangfolge zwischen den Pfosten auf die Position hinter Manuel Neuer und Sven Ulreich.

Bereits mit 15 Jahren hinterließ der aus Bischofsmais stammende Niederbayer, der seit Sommer 2014 die Münchner Nachwuchsteams durchlief, mit damaligen 190 Zentimetern einen bleibenden Eindruck im Training des Rekordmeisters. "Sein Gesamtpaket ist spannend", stufte der damalige Münchner Sportvorstand Matthias Sammer ein.

Die 13 Youngster des FC Bayern im Überblick

Spieler Position Alter Regionalliga-Spiele
Christian Früchtl Torwart 18 22
Ron-Thorben Hoffmann Torwart 19 -
Ryan Johansson Abwehr 17 -
Jonathan Meier Abwehr 18 2
Chris Richards Abwehr 18 -
Josip Stanisic Abwehr 18 -
Paul Will Mittelfeld 19 2
Maximilian Zaiser Mittelfeld 19 1
Marcel Zylla Mittelfeld 18 -
Meritan Shabani Mittelfeld 19 2
Oliver Batista Meier Angriff 17 1
Woo-yeong Jeong Angriff 18 2
Joshua Zirkzee Angriff 17 -

Seit der vergangenen Spielzeit ist Früchtl Stammtorwart der Regionalliga-Mannschaft und kann dort mit seiner Ausstrahlung, Reflexen und Strafraumbeherrschung überzeugen. Intern wird ihm durchaus zugetraut, eines Tages die Nachfolge von Manuel Neuer anzutreten, wobei auf dem Weg dahin ein Zwischenschritt auf Leihbasis bei einem Erst- oder Zweitligisten gewiss förderlich wäre. Auch Früchtl selbst soll sich Medienberichten zufolge mit einer Ausleihe auseinandersetzen.

Ron-Thorben Hoffmann

Der Rostocker, der sich vor drei Jahren aus der Nachwuchsabteilung von RB Leipzig den Münchnern anschloss, wird nicht weniger Talent als Früchtl nachgesagt, allerdings ist Hoffmann in der Regionalliga die klare Nummer zwei hinter seinem Konkurrenten.

In der vergangenen Saison kam er bei den A-Junioren zum Einsatz, wo er vor allem in der UEFA Youth League europäische Großvereine auf sich aufmerksam machte. Unter anderem sollen Juventus Turin, AS Rom sowie Sporting Lissabon ihr Interesse an dem Nachwuchskeeper angemeldet haben.

Im Test gegen Juventus Turin durfte Hoffmann in der Schlussphase schon mal internationale Fußballluft schnuppern, hinter dem aktuellen Torwart-Trio dürfte er es in näherer Zukunft aber schwer haben, im Profi-Kader Berücksichtigung zu finden.

Seite 2: Abwehr

Abwehr

Ryan Johansson

Wie bei einigen anderen der in den USA weilenden Nachwuchsakteuren ist Johannsons Anwesenheit im Münchner Trainingslager ein Ergebnis des zunehmend international ausgerichteten Münchner Talent-Scoutings. Der Luxemburger wechselte im Sommer 2017 an die Isar, nachdem er zuvor beim FC Metz ausgebildet wurde.

Bei den Münchner B-Junioren stellte der gelernte Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison in 21 Partien seine Vielseitigkeit unter Beweis, welche ihn sowohl im Spielzentrum als auch auf der defensiven und offensiven Außenbahn zu Einsätzen befähigt. Er dürfte dort am ehesten noch eine Zukunft bei den Münchnern besitzen, wird sich aber erst noch durch Spiele für die A-Junioren und die Zweitvertretung an die Profimannschaft heranarbeiten müssen.

Jonathan Meier

Mindestens einen Schritt weiter als der Luxemburger ist da schon Jonathan Meier, der am letzten Spieltag der vergangenen Saison zum ersten Mal Aufnahme in den Profikader fand und zuvor bereits regelmäßiger Trainingsgast in der ersten Mannschaft war.

In der kommenden Saison ist der Linksverteidiger, der in der Spielzeit 2017/18 nach überwundenem Syndesmosebandriss 16 Einsätze für die A-Junioren sammelte, als zentraler Akteur der Regionalligamannschaft vorgesehen.

Chris Richards

Im Zuge der Partnerschaft mit dem FC Dallas kam Chris Richards Anfang August auf Leihbasis zu den Münchnern. Zwar betone Jochen Sauer, wie sehr der Innenverteidiger im Probetraining überzeugt hatte, allerdings erscheint es ungewiss, ob er auch ohne die bestehende Kooperation in der bayerischen Landeshauptstadt gelandet wäre.

Kann sich in seinem zunächst auf ein Jahr befristeten Gastspiel bei den A-Junioren aber für ein längerfristiges Engagement empfehlen.

Josip Stanisic

Der Deutsch-Kroate ist fest mit der Region verwurzelt und unternahm seine ersten fußballerischen Gehversuche vor seinem Wechsel zum Rekordmeister im Januar 2017 in den Nachwuchsteams der Münchner Löwen und des SC Fürstenfeldbruck. Zählte im vergangenen Jahr als zentraler oder rechter Part der Abwehrkette zur Stammbesetzung der A-Junioren, wo auch diese Saison sein hauptsächliches Betätigungsfeld liegen wird.

Er durfte gegen Paris und Juventus jeweils eine Halbzeit an der Seite von Javi Martinez mitmischen und konnte dabei seine Unerfahrenheit beim Mitverschulden zweier Gegentreffer nicht kaschieren.

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Mittelfeld

Paul Will

Der Defensivakteur lässt mit seinem äußeren Erscheinungsbild und seinem Betätigungsfeld auf dem Rasen Erinnerungen an den jungen Matthias Sammer wach werden. Will kam mit der Empfehlung von elf Torbeteiligungen in 24 Partien für die A-Junioren des FC Kaiserslautern in diesem Sommer zu den Münchnern, wo er direkt in der Regionalligamannschaft seinen Platz fand.

Stand in beiden Testspielpartien des International Champions Cup als Mittelfeldabräumer in der Startelf und streute dabei noch den einen oder anderen Fehlpass zuviel ein, um sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren.

Maximilian Zaiser

Seit 2012 im Verein, erarbeitete sich Zaiser im vergangenen Jahr als Mittelfeldmotor einen Stammplatz bei den A-Junioren. Soll in diesem Jahr den Sprung in die Regionalliga-Elf schaffen, bei welcher er in zwei Einsätzen aber bislang nur 13 Minuten sammelte. Dürfte es angesichts der hochkarätigen Konkurrenz schwer haben, sich auf Dauer in der Zweitvertretung zu etablieren.

Marcel Zylla

Der Offensivakteur gehört seit 2010 dem Münchner Nachwuchs an, welchem er mit seinem Führungstreffer beim 2:0-Sieg gegen Bremen entscheidend zum Gewinn der deutschen B-Junioren-Meisterschaft 2017 verhalf.

Erarbeitete sich nach seiner Versetzung zu den A-Junioren erst zum Ende der vergangenen Spielzeit den Status als Stammspieler und wird dort trotz seines Startelfeinsatzes gegen Turin erst noch weiter reifen müssen, um für höhere Aufgaben in Frage zu kommen.

Meritan Shabani

Der Offensivakteur trat die USA-Reise bereits mit Profi-Erfahrung im Gepäck an. Im Wissen um die bereits unter Dach unter Fach gebrachte Meisterschaft beorderte Jupp Heynckes den Offensivspieler am drittletzten Spieltag der vergangenen Saison gegen Eintracht Frankfurt in die Startelf.

Im zarten Alter von sieben Jahren war Shabani zu den Münchnern gewechselt und durchlief dort in den letzten zwölf Jahren sämtliche Nachwuchsteams. 2015 übersprang er mal eben zwei Altersklassen und reifte in den letzten beiden Jahren zur unerlässlichen Offensivstütze bei den A-Junioren. Soll diese Saison in der Regionalliga den nächsten Schritt auf dem Weg zur echten Alternative der ersten Mannschaft machen.

Seite 4: Angriff

Oliver Batista Meier

Wenn sich ein vor kurzem noch 16-Jähriger in der B-Junioren-Bundesliga nach Einschätzung des eigenen Trainers unterfordert zeigt, muss es sich bei dem Spieler um ein absolutes Ausnahmetalent handeln. Tatsächlich wissen die Münchner mit Oliver Batista Meier einen der größten Hoffnungsträger des Bundesliga-Nachwuchses in ihren Reihen.

Im Rekordtempo machte sich der Flügelspieler nach seinem Wechsel vom 1. FC Kaiserslautern bei den Münchner B-Junioren unverzichtbar und führte das Nachwuchsteam 2016/17 mit 18 Torbeteiligungen in 23 Einsätzen zum Gewinn der deutschen Meisterschaft.

In der gleichen Altersklasse explodierte Batista Meier in der vergangenen Spielzeit förmlich. 20 Treffer und zwölf Assists in nur 14 Einsätzen zeugen von seinem Riesentalent, welches ihm in der Rückrunde den vorzeitigen Sprung zu den A-Junioren bescherte.

"Wenn ein Spieler so talentiert ist, dass er hier mehr oder weniger unterfordert wäre und einen anderen Anreiz braucht, dann wird er hochgeschoben", erklärte Nachwuchstrainer Holger Seitz die Entscheidung.

Auch in der höheren Altersklasse hinterließ Batista-Meier mit acht Treffern in 18 Einsätzen eine deutliche Duftmarke und bewies in der Youth League bei der Partie gegen Celtic all sein Durchsetzungsvermögen, als er trotz eines Krampfes einen Sololauf mit dem Siegtreffer krönte.

Den Lohn seiner vorläufigen Entwicklung erhielt der Deutsch-Brasilianer Ende Juli mit dem Startelfeinsatz gegen Paris Saint-Germain sowie der Fritz-Walter-Medaille in Silber. In der kommenden Saison ist Batista Meier zwar für das Regionalligateam vorgesehen, bei der Rasanz seiner Entwicklung scheinen aber sogar baldige Kurzeinsätze bei den Profis nicht ausgeschlossen.

Woo-Yeong Jeong

Zum 1. Januar bekam der bayuwarische Nachwuchs in Person von Woo-Yeong Jeong Verstärkung aus Fernost, welche sich die Münchner Medienberichten zu Folge immerhin 700.000 Euro kosten ließen. Ohne allzu große Eingewöhnungszeit bewies der Südkoreaner, dass hinter seiner Verpflichtung mehr als nur eine PR-Aktion steckte. Nachdem ihm gleich im ersten Einsatz ein Treffer gelang, stoppte ihn aber Anfang März ein Riss des Syndesmosebandes.

Auch von der Verletzung ließ sich Jeong jedoch nicht aus der Bahn werfen und sorgte Mitte Juli in der Regionalliga mit drei Scorerpunkten in zwei Partien für Aufsehen. Seine Spielweise, von dem linken Flügel in die Mitte zu ziehen, um mit rechts abzuschließen, erinnert mitunter an ein Spiegelbild von Arjen Robben.

Im Test gegen Juventus zeigte er jedoch, dass er noch an der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse arbeiten muss, als ihm frei vor dem leeren Tor die Nerven versagten.

Joshua Zirkzee

Den Niederländer eisten die Münchner im vergangenen Sommer von Feyenoord Rotterdam los und setzten sich bei dem Transfer laut Medienberichten unter anderem gegen den FC Arsenal und Manchester United durch.

Zirkzee hatte in seinem ersten Bayern-Jahr mit 15 Treffern und neun Assists großen Anteil am Münchner Einzug ins Finale um die B-Junioren-Meisterschaft. Auch bei der 2:3-Niederlage gegen den BVB war Zirkzee mit dem 1:1-Ausgleichstreffer zur Stelle, ließ sich allerdings auch zehn Minuten vor Schluss zu einer Tätlichkeit hinreißen, für die er die Rote Karte sah.

Mit seiner Dynamik, Abschlussstärke und seinem Durchsetzungsvermögen bringt er nahezu alle wichtigen Werkezeuge für eine erfolgreiche Nummer Neun mit und trug sich als Joker gegen PSG gleich mal in die Torschützenliste ein. Wird sich zunächst noch in der A-Jugend und der Regionalliga beweisen müssen, könnte langfristig aber als Einwechselspieler auch bei den Profis eine Rolle spielen.

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