Bundeskartellamt untersagt Tickethändler CTS Eventim Exklusiv-Vereinbarungen

Das Bundeskartellamt hat dem Tickethändler CTS Eventim die Verwendung von Exklusivvereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten untersagt

Das Bundeskartellamt hat dem Tickethändler CTS Eventim die Verwendung von Exklusivvereinbarungen mit Vorverkaufsstellen und Veranstaltern von Live-Konzerten untersagt. Die Wettbewerbsbehörde sehe in den Vereinbarungen einen "Missbrauch von Marktmacht", erklärte das Kartellamt am Montag in Bonn. Deshalb werde dem Unternehmen nun aufgegeben, die Verträge innerhalb von vier Monaten anzupassen.

CTS Eventim unterliege als Anbieter des mit Abstand größten Ticketsystems in Deutschland "besonderen Pflichten", erklärte der Präsident der Wettbewerbsbehörde, Andreas Mundt, am Montag. Durch die Entscheidung des Kartellamtes würden "bedeutende Ticketkontingente für den Vertrieb durch konkurrierende Ticketsysteme geöffnet".

CTS Eventim bedauerte die Entscheidung der Wettbewerbsbehörde und kündigte rechtliche Schritte an. Die Entscheidung des Kartellamtes verkenne "den lebhaften Wettbewerb im Markt für Ticketdienstleistungen, der sich durch vielfache Markteintritte digitaler Anbieter aus dem In - und Ausland laufend weiter verschärft", erklärte das Unternehmen. CTS Eventim werde die Entscheidung "nicht akzeptieren und vor den zuständigen Gerichten auf eine Korrektur des Beschlusses hinwirken".

Das in München ansässige Unternehmen ist insbesondere durch den Online-Ticketshop eventim.de bekannt. Das Unternehmen bietet außerdem Veranstaltern und Vorverkaufsstellen Ticketsystemdienstleistungen an und ist auch selbst als Veranstalter von Tourneen und Festivals tätig. Pro Jahr vermarktet das Unternehmen, das in Deutschland 1400 Mitarbeiter beschäftigt, nach eigenen Angaben mehr als 140 Millionen Veranstaltungstickets für mehr 200.000 Veranstaltungen.

Nach Angaben des Kartellamtes werden über das Ticketsystem von CTS Eventim 60 bis 70 Prozent aller Tickets vertrieben, die in Deutschland über Ticketsysteme verkauft werden. Die übrigen Anbieter seien deutlich kleiner, größtenteils nur regional präsent und zum Teil auf Kooperationen mit CTS Eventim angewiesen.

Die Marktposition des Tickethändlers werde zusätzlich verstärkt durch den konzerneigenen Online-Shop eventim.de, über den das Unternehmen einen "ganz wesentlichen Teil der Tickets" selbst verkaufe, kritisierte die Behörde. Bereits Ende November hatte das Bundeskartellamt den geplanten Zusammenschluss zwischen CTS Eventim und der Konzert- und Veranstaltungsagentur Four Artists untersagt.