Bundeskanzler gesucht: Jobplattform schaltet außergewöhnliche Stellenanzeige, um auf Herausforderungen am Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen

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Euer neues Büro.
Euer neues Büro.

Ihr wollt Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler werden? Dann solltet ihr unter anderem hervorragende Kenntnisse über die Herausforderungen des Arbeitsmarkts mitbringen, eine klare Vision von einer zukunftsfähigen Wirtschaft haben und einen starken Willen, Dinge anzugehen (Hands-On-Mentalität). So sieht das zumindest die Jobplattform Stepstone*, die kurz vor der Bundestagswahl eine besondere Stellenanzeige geschaltet hat.

Bis zum 26. September sucht das Portal eine neue Regierungschefin oder einen neuen Regierungschef. Der Vertrag ist auf vier Jahre befristet. Wenn es gut läuft, gibt es Aussicht auf Verlängerung. Das Arbeitspensum ist zwar hoch, dafür sind die Konditionen ganz gut.

Es winken: ein attraktives Gehalt sowie großzügige Altersvorsorge, eine Limousine inklusive Fahrer, eine Dienstwohnung im Herzen Berlins, eine außergewöhnlich gute Kantine sowie Fitnessraum im Kanzleramt, spannende Reisetätigkeiten mit festlichen Banketten, auf denen sich hervorragend Promis gucken lassen, eine Betriebskindertagesstätte, die auch im Sommer offen hat und die Möglichkeit, die Zukunft eines Landes aktiv mitzugestalten. Klingt doch toll?

Herausforderungen erkennen

Natürlich ist diese Anzeige fiktiv. Stepstone sucht nicht wirklich nach einer neuen Kanzlerin oder einem neuen Kanzler. Vielmehr will das Portal darauf aufmerksam machen, dass sich der Jobmarkt verändern müsse, wenn Deutschland in Sachen Arbeitsmarkt zukunftsfähig bleiben wolle. Die Stellenanzeige soll zeigen, welche Herausforderungen den künftigen Regierungschef erwarten und welche Probleme er oder sie zu lösen hat.

Dabei konzentriert sich Stepstone auf die Aspekte, die dem Portal besonders wichtig erscheinen, um die demografische Krise zu meistern. "Die deutsche Bevölkerung altert", sagt Lea Schröder, Pressesprecherin Stepstones. Somit werde auch der Anteil an Erwerbstätigen immer älter. Die Folge daraus sei, dass Millionen von Menschen in den nächsten Jahren aufhören würden zu arbeiten. "Und die werden auf dem Jobmarkt fehlen", sagt Schröder.

Gleichzeitig nimmt die Produktivität der Arbeitnehmer ab. Im Jahr 2020 zeigte sich der demografische Wandel sehr deutlich. Die Pro-Kopf-Produktivität sank im Vergleich zum Vorjahr um 3,86 Prozent. Tendenz nach steigend. Ein extrem starrer Arbeitsmarkt verschärft zudem die Situation. Wie also sollte das neue Regierungsoberhaupt diesen Herausforderungen begegnen? Stepstone hat hier ein klares Anforderungsprofil erstellt.

Aufgaben des neuen Regierungschefs

Für Quereinsteiger und auch alle anderen Arbeitnehmer sollte es einfacher werden, den Job zu wechseln. Die Gestaltung eines durchlässigeren Arbeitsmarktes steht also ganz oben auf der geforderten Maßnahmenliste. Ein weiterer wichtiger Punkt, den der neue Regierungschef angehen sollte, ist laut dem Jobportal, den immer noch tief klaffenden Gender Pay Gap zu schließen und dafür zu sorgen, dass Jobs in ganz Deutschland fair entlohnt würden.

Die Entwicklung flexiblerer Arbeitsmodelle, damit mehr Frauen und ältere Menschen arbeiten könnten, gehörten genauso zu den Aufgaben wie die Förderung der Zuwanderung und Integration von Fachkräften und die Verbesserung der Aus- und Weiterbildungen. Außerdem sollte der Kanzler in spe versuchen, Unternehmensgründungen unbürokratischer zu machen, die deutsche Startup-Kultur fördern und Finanzierungen von Unternehmen modernisieren. Wer dann auch noch eine positive Fehlerkultur in Deutschland vorleben würde, die es Arbeitgebern erlaube, Neues auszuprobieren, sei genau richtig für den Job.

Natürlich gibt es laut der Stepstone-Anzeige für die neue Kanzlerin oder den neuen Kanzler außerhalb des Arbeitsmarkts noch andere Mega-Themen, um die sich der künftige Regierungschef kümmern müsse. Aber: "In Zukunft werden wir in Deutschland deutlich mehr offene Stellen haben als Arbeitnehmer", sagt Schröder. "Umso wichtiger ist es, dass jeder Mensch die richtige Stelle findet." Der Arbeitsmarkt müsse sich den Gegebenheiten anpassen und flexibler werden. Wer die richtige Jobentscheidung trifft, ist in der Regel schließlich auch zufrieden mit seiner Arbeit – und das steigert bekanntlich die Produktivität.

* Stepstone ist wie Business Insider ein Unternehmen der Axel Springer SE.

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