Bundesinstituts-Präsident wehrt sich gegen Plagiatsvorwurf bei Glyphosat-Bewertung

Glyphosat-Einsatz im Weinbau

Der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Mitarbeiter hätten bei der Bewertung des Unkrautvernichters Glyphosat Informationen der Anbieter abgeschrieben. "Der Plagiatsvorwurf ist erfunden und haltlos", sagte Hensel dem "Tagesspiegel" (Montagsausgabe). In der Wissenschaft sei die Sache "glasklar: Glyphosat ist nicht krebserregend".

Das BfR könne "doch nicht einen Stoff für gesundheitlich problematisch erklären, der in Wirklichkeit unbedenklich ist, nur, weil das bestimmten Kreisen in den Kram passt", sagte Hensel weiter. Er warnte vor einer Diskreditierung der Wissenschaft. "Wir merken, dass sobald wir eine Bewertung veröffentlichen, die nicht auf die politische Agenda passt, wir öffentlich der Unfähigkeit bezeichnet werden."

Wie das BfR gehen auch die EU-Chemikalienagentur Echa und die EU-Lebensmittelaufsichtsbehörde Efsa davon aus, dass Glyphosat nicht krebserregend ist. Kritiker verweisen meist auf einen Bericht der zur Weltgesundheitsorganisation WHO gehörenden Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC). Sie hatte im März 2015 erklärt, dass Glyphosat "wahrscheinlich krebserzeugend bei Menschen" sei.

Die Zulassung für das Mittel läuft am 15. Dezember aus. Die Mitgliedsländer haben bislang keine Mehrheitsposition für oder gegen eine Verlängerung finden können. Am Montag stimmen sie erneut ab.

Gibt es unter den Mitgliedstaaten dann keine qualifizierte Mehrheit, müsste die EU-Kommission entscheiden. Sie hatte zuletzt eine Verlängerung um fünf Jahre vorgeschlagen.