Bundeseigene Bad Bank FMS verkauft Keimzelle des HRE-Debakels

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die bundeseigene Bad Bank FMS verkauft eine Keimzelle des Zusammenbruchs der einstigen Münchner Skandalbank HRE nach Österreich. Die in Irland ansässige Pfandbriefbank Depfa wird von der Wiener Bankengruppe Bawag <AT0000BAWAG2> übernommen, wie die FMS Wertmanagement am Montag in München mitteilte. Den Verkaufspreis nannte die FMS nicht, doch hatte die FMS mit der Depfa in den vergangenen Jahren laut Geschäftsberichten bereits mehr Geld eingenommen als die volle Übernahme im Jahr 2014 gekostet hatte. Mit dem Verkauf hat das Management der FMS ein Hauptziel der vergangenen Jahre erreicht.

Die Depfa ist außerhalb der Finanzwelt weitgehend unbekannt, spielte während der internationalen Finanzkrise 2008 und 2009 jedoch eine maßgebliche Rolle beim Kollaps der 2010 vom Bund zwangsverstaatlichten HRE. Die HRE hatte die in Dublin ansässige Depfa erst 2007 für 5,7 Milliarden Euro gekauft und wollte damit zu einer der wichtigsten Banken Europas aufsteigen.

Die Depfa war spezialisiert auf öffentliche Anleihen und die Finanzierung öffentlicher Projekte. Diese Papiere haben zum Teil jahrzehntelange Laufzeiten bis in die zweite Jahrhunderthälfte. Die Depfa refinanzierte diese Langläufer ihrerseits durch kurzfristige Kredite. Als die Kreditvergabe unter den Banken im Zuge der Finanzkrise zum Erliegen kam, ging der Depfa das Geld aus - und mittelbar damit auch der Mutter HRE.

Die FMS hatte vor einem Jahrzehnt zunächst einen Teil des Depfa-Portfolios übernommen, 2014 dann für 323 Millionen Euro die ganze Bank. 2018 und 2019 steuerte die Verwertung von Depfa-Hybridkapitalanleihen 377 Millionen Euro zu den FMS-Ergebnissen bei, hinzu kam 2020 eine Dividende von 150 Millionen Euro.