Bundesbankpräsident: Nicht bei niedrigen Zinsen verharren

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Bundesbankpräsident Jens Weidmann warnt davor, die Phase niedriger Zinsen länger als nötig auszuweiten. In einer Diskussionsrunde der "Leipziger Volkszeitung" (Samstagausgabe) sagte Weidmann, die Situation sei eine "zentrale Herausforderung" für die Europäische Zentralbank. Diese Phase dürfe "nicht länger andauern als mit Blick auf die Preisstabilität nötig wäre". Einen raschen Kurswechsel der EZB erwartet er demnach nicht. Der Bundesbank-Chef zeigte sich überzeugt, dass Zinserhöhungen in den USA "teilweise auch zu uns herüberschwappen" dürften.

Die EZB wird die Leitzinsen nach Einschätzung des österreichischen Zentralbankchefs Ewald Nowotny nicht vor dem Jahr 2019 anheben, wie er am Freitag im österreichischen Rundfunk sagte. Nowotny, der als Notenbankchef im entscheidenden EZB-Rat sitzt, begründete seine Sichtweise mit dem Zinsversprechen. Das sehe vor, die Zinsen erst anzuheben, wenn die Wertpapierkäufe schon längere Zeit beendet seien.

Die Anleihekäufe der EZB laufen bis mindestens September 2018. Danach solle der EZB-Rat das Kaufprogramm beenden, soweit sich die Konjunktur erwartungsgemäß entwickle, sagte Nowotny. Damit sei realistischerweise erst im Jahr 2019 von einer ersten Anhebung des Leitzinses auszugehen.