Bundesbank warnt erneut vor Bitcoin - Gefahr eines Totalverlusts

dpa-AFX

MÜNCHEN/OSNABRÜCK (dpa-AFX) - Die Bundesbank hat ihre Warnungen vor der Digitalwährung Bitcoin erneuert. "Der Bitcoin ist eine spekulative Anlage", sagte Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). Von einer echten Währung könne man nicht sprechen. Bitcoins würden nämlich nur selten dazu genutzt, Waren und Dienstleistungen zu bezahlen. "Die Besitzer horten ihre Bitcoins und hoffen auf Wertsteigerungen - das ist eine riskante Spekulation." In einem am gleichen Tag veröffentlichten Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" warnte er außerdem, dass ein Totalverlust drohe.

Er warne fortlaufend vor Investitionen in virtuelle Währungen, sagte Thiele. "Geld definiert sich aus der Erfüllung dreier Funktionen", erläuterte er. "Es dient als Zahlungsmittel, als Wertaufbewahrungsmittel und als Recheneinheit. Die Eigenschaften sind nicht unabhängig voneinander." Bitcoin erfülle bislang "keine der drei Geldfunktionen im ökonomisch relevanten Maße, weil es nicht über eine Nische hinausreicht und extrem wertinstabil ist."

Finanzaufseher und Währungshüter weltweit hatten zuletzt immer wieder vor Investitionen in Digitalwährungen gewarnt. Ungeachtet dessen hatte sich in dieser Woche der Höhenflug des Bitcoins bei extrem hohen Schwankungen fortgesetzt. Am Mittwoch war der Kurs zeitweise über die Marke von 11 000 Dollar gesprungen.

Danach ging es aber wieder bergab. Zuletzt kostet er rund 9500 Dollar - das ist im Vergleich zum Freitag vergangener Woche immer noch ein Plus von rund 15 Prozent. Das Jahresplus summiert sich auf rund 900 Prozent. Als jüngste Kurstreiber gelten unter anderem die Erwägungen, renommierter Börsenbetreiber wie der CME oder Nasdaq Finanzprodukte zum Handel von Bitcoins aufzulegen. Auf diese Weise wäre es für viele Anleger und Investoren einfacher, mit Bitcoins zu handeln.

Der Bitcoin ist die älteste und bekannteste unter den mittlerweile rund 1000 Digitalwährungen. Hinter ihm stehen nicht Zentralbanken, sondern Computer, an denen die Währung hergestellt oder "geschürft" wird. Die Meinungen zu Kryptogeld gehen stark auseinander. Während die einen Freiheit und Anonymität schätzen, verweisen die anderen auf Gefahren wie Kursschwankungen oder kriminellen Missbrauch. Ob der aktuell massive Kurszuwachs gerechtfertigt ist, ist ebenfalls umstritten.