Bundesbank-Präsident Nagel: Bei Gefahren für Preisstabilität handeln

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Der neue Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die aktuell hohen Teuerungsraten mit Sorge und verspricht einen entschiedenen Einsatz für eine stabile Währung. Er sehe "derzeit eher die Gefahr, dass die Inflationsrate länger erhöht bleiben könnte als gegenwärtig erwartet", sagte Nagel am Dienstag bei einer im Internet übertragenen Feier anlässlich der Amtsübernahme von Vorgänger Jens Weidmann laut Redetext. Der mittelfristige Preisausblick sei "außergewöhnlich unsicher". Nagel betonte an die Adresse der Europäischen Zentralbank (EZB): "Bei aller Unsicherheit ist eines ganz klar: Wenn es die Preisstabilität erfordert, muss der EZB-Rat handeln und seinen geldpolitischen Kurs anpassen."

In den vergangenen Monaten sind die Inflationsraten sowohl in Deutschland als auch im Euroraum kräftig gestiegen. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro weniger kaufen können als zuvor. Kritiker werfen der EZB vor, mit ihrer Geldflut die Teuerung anzuheizen, die sie eigentlich im Zaum halten will.

Die Ampel-Koalition hatte den Volkswirt Nagel (55) an die Spitze der Bundesbank berufen, da Weidmann (53) nach gut zehn Jahren das Amt aus persönlichen Gründen zum Ende vergangenen Jahres vorzeitig abgegeben hatte. Nagel arbeitete von 1999 an bereits viele Jahre bei der Deutschen Bundesbank, zuletzt als Vorstand (Dezember 2010 - April 2016). Nach einer Station bei der staatlichen Förderbank KfW war Nagel zuletzt bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel als stellvertretender Leiter der Bankabteilung tätig.

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