Bundesbank: Lockere Geldpolitik kann Kreditvergabe bremsen

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - In Zeiten dauerhaft niedriger Zinsen kann laut der Deutschen Bundesbank eine lockere Geldpolitik ihren eigentlichen Zweck verfehlen. "Die derzeit niedrigen, teilweise negativen Zinsen - zu denen auch die expansive Geldpolitik beiträgt - belasten das Zinseinkommen", heißt es in dem am Montag veröffentlichten Januar-Monatsbericht der Bundesbank. Dadurch werde die Ertragslage der Banken und somit auch deren Fähigkeit zum Aufbau von Eigenkapital geschmälert. Dies wiederum wirke sich tendenziell auch negativ auf die Fähigkeit der Banken zur Kreditvergabe aus.

Ziel einer expansiven Geldpolitik ist es eigentlich, die Banken zu einer verstärkten Kreditvergabe zu bewegen und dadurch die Wirtschaft und die Inflation in Gang zu bringen. Seit Jahren verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) diese Ziele mithilfe historisch niedriger Zinsen und milliardenschwerer Anleihekäufe.

Derzeit bereitet die EZB allerdings ihren allmählichen Ausstieg aus ihrer Krisenpolitik vor. Zum Jahresbeginn wurden zunächst die monatlichen Wertpapierkäufe halbiert. Nach aktueller Planung läuft das Kaufprogramm noch bis September weiter. Ob es eine Verlängerung geben wird, ist noch unklar. Ungewiss ist auch, ab wann erste Zinserhöhungen folgen werden.