Bundesbank-Chef Weidmann wollte 'klares Ende' der EZB-Anleihekäufe

dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gehen die jüngsten Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) zu ihren milliardenschweren Anleihekäufen nicht weit genug. Die EZB hatte entschieden, die vor allem in Deutschland umstrittenen Wertpapierkäufe 2018 zu reduzieren, aber kein festes Enddatum gesetzt. "Allerdings wäre aus meiner Sicht ein klares Ende der Nettokäufe angezeigt gewesen", sagte Weidmann am Freitag laut vorab verbreitetem Redetext in Paris.

Der Bundesbank-Präsident stehe Staatsanleihenkäufen in der Währungsunion besonders kritisch gegenüber: "Solche Käufe verwischen nämlich die Grenze zwischen Geld- und Fiskalpolitik", sagte er. Mit der Entscheidung am Donnerstag hatte der EZB-Rat einen ersten Schritt gemacht, um die extrem lockere Geldpolitik im Euroraum zurückzufahren.

Von Januar an wollen die Währungshüter monatlich Staatsanleihen und andere Wertpapiere für 30 Milliarden Euro kaufen. Bis Ende Dezember 2017 steckt die EZB monatlich noch 60 Milliarden Euro in Anleihenkäufe. Das Programm soll bis mindestens Ende September 2018 laufen und damit neun Monate länger als bislang geplant.

Und die EZB lässt sich weiterhin die Möglichkeit offen, das Kaufprogramm in Umfang und Dauer auszuweiten, falls die Konjunkturlage sich verschlechtert. Weidmann sagte, dass die Geldpolitik des Euroraums selbst bei einem Auslaufen der Nettokäufe sehr expansiv bleibe.