Bundesaußenminister sichert Pakistan Unterstützung in der Afghanistan-Krise zu

Heiko Maas (SPD) (AFP/ANNEGRET HILSE)

Deutschland hat Pakistan seine Unterstützung bei den Herausforderungen in der Afghanistan-Krise zugesagt. Pakistan bekomme als Nachbarland die Auswirkungen der Krise in Afghanistan "ganz besonders zu spüren", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag bei einem Besuch in Islamabad. Er versprach, dass Deutschland die Region "mit diesen Herausforderungen nicht alleine lässt". Konkret sagte Maas Unterstützung auch bei Projekten etwa zum Thema Grenzmanagement und zur Extremismusprävention zu.

Die Bundesregierung habe bereits 100 Millionen Euro für humanitäre Hilfe bereitgestellt und werde Afghanistans Nachbarländer mit weiteren 500 Millionen Euro Soforthilfe unterstützen, betonte der Außenminister erneut. Deutschland hatte bereits 100 Millionen für Hilfsorganisationen zugesagt, die Geflüchtete in den Nachbarländern unterstützen,

Im Gegenzug hofft Deutschland auf die Hilfe von Ländern wie Pakistans bei der Aufnahme weiterer deutscher Staatsbürger und vor allem afghanischer Schutzbedürftiger aus Afghanistan. Dazu kündigte Maas eine enge Zusammenarbeit mit Islamabad an. "Wir sehen jetzt, dass es Menschen gibt, die sich auf dem Landweg zu den Grenzen Afghanistans begeben", sagte der Minister. Es seien Verfahren nötig, um Menschen mit einer Berechtigung für eine Aufnahme nach Deutschland zu bringen.

Auch eine Ausreise mit Charterflügen vom Kabuler Flughafen halte er für denkbar, wenn der Airport wieder genutzt werden könne: "Wir hoffen, dass das in einem überschaubaren Zeitraum der Fall ist", betonte Maas. Über eine mögliche Fortsetzung der Evakuierungen nach dem US-Truppenabzug führe Berlin auch Gespräche mit den Taliban.

Mit Blick auf das chaotische Ende des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan erklärte Maas, er ziehe daraus eine Lehre. "Wozu sind militärische Einsätze geeignet?", schrieb er bei Twitter und fügte hinzu: "Um eine terroristische Bedrohung, einen Krieg zu beenden? Sind sie geeignet, unsere präferierte Staatsform zu exportieren? Das ist in Afghanistan offensichtlich gescheitert."

Maas war am Sonntag zu einer mehrtägigen Reise in die Türkei sowie nach Tadschikistan, Usbekistan, Pakistan und Katar aufgebrochen. In den Ländern wolle er Gespräche führen, "damit Afghaninnen und Afghanen von der Grenze schnell und sicher zu unseren Botschaften gelangen können", hatte Maas zu Beginn seiner Reise mitgeteilt.

gap/cp

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