Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Brandanschlägen auf Deutsche Bahn

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen zu den bundesweiten Brandanschlägen auf Strecken der Deutschen Bahn Mitte Juni übernommen. Es werde unter anderem wegen des Verdachts verfassungsfeindlicher Sabotage ermittelt, teilte die Behörde am Montag in Karlsruhe mit. Bei den insgesamt 13 Anschlägen war es am 19. Juni zu Bränden in Kabelschächten in Berlin, Hamburg, Sachsen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gekommen.

Die Bundesanwaltschaft zog den Fall ihren Angaben zufolge wegen "der massiven Auswirkungen auf den Bahn- und Telekommunikationsverkehr" sowie wegen des "länderübergreifenden Charakters der Taten" an sich. Durch die Anschläge waren bundesweit 374 Züge vollständig und weitere 520 Züge teilweise ausgefallen.

Es kam zu Verspätungen von insgesamt fast 40.000 Minuten, von denen mehrere Millionen Reisende betroffen waren. Zudem waren die Telefon- und Datenanschlüsse von etwa 100.000 Nutzern vorübergehend ausgefallen.

In einem Bekennerschreiben im Internet bezichtigten sich unbekannte Täter unter dem Titel "Kurze Unterbrechung der Reibungslosigkeit anlässlich des G20-Gipfels in Hamburg", Kabelstränge in Brand gesetzt zu haben.