Bund will Bekämpfung von Krebs weiter stärken

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU)

Der Bund will die Bekämpfung von Krebs weiter stärken. "Bei allem Schrecken und allen Gefahren durch die Corona-Pandemie dürfen wir nicht vergessen, dass wir auch beim Thema Krebsforschung weiterkommen müssen", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Donnerstag anlässlich des Weltkrebstags. Jeden Tag bekämen rund tausend Menschen in Deutschland die Diagnose Krebs. "Wir werden die Forschung weiter stärken und auf innovative Krebsmedizin setzen."

Die vor zwei Jahren gestartete nationale Dekade gegen Krebs soll die Krebsforschung vorantreiben, die Prävention stärken, Erkrankungen öfter verhindern und die Heilungschancen verbessern. Karliczek betonte, im Rahmen dieser Initiative seien zahlreiche neue Forschungsprojekte angestoßen worden etwa zu der Frage, warum immer mehr jüngere Menschen an Darmkrebs erkranken.

Ausdrücklich würdigte die Ministerin die langjährigen Forschungen zur sogenannten mRNA-Technologie, die eine individualisierte Krebstherapie für jeden Patienten ermöglichen soll. Diese mRNA-Methode sei die Grundlage für den schnellen Erfolg des vom Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Covid-19-Impfstoffs gewesen.

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass Technologien wie mRNA ein "ganz besonderes Potenzial" haben, sagte die Mitbegründerin und Chefmedizinerin von Biontech, Özlem Türeci. Die Krise der Pandemie könne auch zu "einer Chance werden für Krebspatienten", weil durch den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs viele Erkenntnisse etwa über die Sicherheit und die Verträglichkeit der Impfung gewonnen werden. Die weltweit aufgebauten Produktionskapazitäten könnten zudem als Chance dienen, um künftige Impfungen gegen Krebs schneller zu entwickeln und zu den Patienten zu bringen, sagte Türeci.

Karliczek appellierte anlässlich des Weltkrebstags zugleich an die Menschen in Deutschland, die Termine für die Früherkennung, zur Nachsorge nach einer Erkrankung und zu Abklärungsgesprächen trotz Corona unbedingt wahrzunehmen. Es gebe in Praxen und Kliniken Sicherheitskonzepte.

In Deutschland erkranken jedes Jahr fast 500.000 Menschen neu an Krebs, rund 220.000 sterben daran. Krebs ist nach Herzkreislauferkrankungen damit die zweithäufigste Todesursache. Nach Einschätzung von Michael Baumann, Vorstandschef des Deutschen Krebsforschungszentrums, werden die Krebserkrankungen in Deutschland vermutlich in den nächsten knapp zehn Jahren auf 600.000 Fälle steigen. Dabei könnten schätzungsweise 70 Prozent aller Todesfälle durch einen gesunden Lebensstil und die Früherkennung verhindert werden.

Die Bundesregierung hatte Anfang 2019 eine nationale Dekade gegen Krebs ausgerufen, um die Krebsforschung voranzutreiben und die Prävention zu stärken. Dazu gehört auch der Aufbau eines nationalen Krebspräventionszentrums.

hex/cfm