Bund: Verkauf der Commerzbank-Anteile derzeit kein Thema

dpa-AFX

BERLIN/PARIS (dpa-AFX) - Seit Wochen wird über einen Verkauf der Commerzbank -Anteile des Bundes spekuliert. Als ein möglicher Interessent wird immer wieder die französische Großbank BNP Paribas genannt. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums wollte dies am Donnerstag nicht kommentieren. Sie bekräftigte, dass nicht über einen Verkauf der Bundesanteile verhandelt werde: "Unsere Position zur Commerzbank war und ist unverändert. Wir stehen nicht unter Zeitdruck." Ziel sei es, für den Steuerzahler "perspektivisch ein gutes wirtschaftliches Ergebnis" zu erzielen.

Bei einem Verkauf zum jetzigen Zeitpunkt würde ein Milliardenverlust anfallen. Der Bund war in der Finanzkrise für rund 26 Euro je Aktie bei der Commerzbank eingestiegen, aktuell ist das Papier etwa 11,60 Euro wert. Der Bund hält etwa 15 Prozent an der Commerzbank. Gesamtwert derzeit: rund 2,1 Milliarden Euro.

Der französische Regierungssprecher Christophe Castaner hatte am Vortag ein mögliches Interesse der BNP Paribas an der Commerzbank begrüßt. Castaner reagierte damit auf einen Bericht des Enthüllungsblatts "Le Canard Enchainé", wonach Präsident Emmanuel Macron eine Annäherung der beiden Kreditinstitute gerne sehen würde. Castaner sagte: "Für die Politik der internationalen Entwicklung von BNP Paribas ist heute BNP Paribas zuständig. Und es ist gut, dass sie (die Bank) sich auch Deutschland und einer so wichtigen Bank wie der Commerzbank hinwendet."

Schon am 21. September wurde ein Medienbericht als nicht zutreffend zurückgewiesen, wonach in Berlin ein Verkauf der Commerzbank-Anteile an die französische Bank BNP Paribas favorisiert werde und ein zeitnaher Ausstieg des Bundes realistisch sei.