Bund sieht noch keinen Anlass für gelockerte Quarantäneregeln wegen Omikron

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Warteschlange zur Corona-Impfung in Ludwigsburg (AFP/THOMAS KIENZLE)

Die Bundesregierung strebt wegen der hochansteckenden Corona-Variante Omikron derzeit noch keine Lockerung der Quarantäneregeln an, hält aber Änderungen für möglich. "Im Moment besteht dazu kein Anlass", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Montag in Berlin. In der Pandemie müsse "schrittweise" auf Entwicklungen reagiert werden. Die Ampel-Koalition äußerte sich zuversichtlich, die angepeilte Impfquote von 80 Prozent nun bis Ende Januar zu erreichen

Mit Blick auf die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante waren Forderungen laut geworden, die Quarantäne-Regeln anzupassen. Hintergrund ist die Befürchtung, dass es wegen massenhafter Quarantäne bei der kritischen Infrastruktur wie Polizei oder Krankenhäusern zu Personalengpässen kommen könnte.

Die bestehenden Pandemiepläne des Bundes und der Länder sähen "theoretisch" bereits Möglichkeiten vor, Quarantäneregeln zu lockern, insbesondere wenn es um die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur gehe, sagte der Sprecher des Gesundheitsministeriums.

"Die Hochrechnungen gehen bei der Omikron-Variante von schlimmstenfalls 700.000 neuen Infektionen pro Tag aus", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Sepp Müller (CDU) der "Welt" vom Montag. "In diesem Fall käme es tatsächlich zur Massenquarantäne."

Nach bisherigem Wissensstand sei Omikron zwar ansteckender, aber nicht gefährlicher, sagte Müller. "Wir brauchen gerade für Geimpfte und Genesene Freitestmöglichkeiten, und zwar nach fünf Tagen. Geboosterte, die keine Symptome aufweisen, sollten bei einer Woche täglicher Schnelltestungen gar nicht in Quarantäne gehen müssen."

Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt sagte, sie erwarte, dass der Expertenrat der Bundesregierung in seinem nächsten Bericht auch auf die Quarantäne-Regeln eingehen werde. "Auf dieser Grundlage können wir die Regeln dann überarbeiten", sagte sie laut "Welt".

Die SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken geht davon aus, dass eine Quote von 80 Prozent bei den Corona-Erstimpfungen bis Ende Januar erreichbar ist. Sie sei fest davon überzeugt, "dass wir viele Ungeimpfte noch erreichen können", sagte Esken am Montag im ZDF-"Morgenmagazin".

Die Bundesregierung hatte ursprünglich gehofft, die 80 Prozent Erstimpfungen schon bis zum 7. Januar zu erreichen. Ein Jahr nach dem Start der Impfkampagne haben nun rund 74 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis gegen Covid-19 erhalten.

Dies sei "schon ziemlich gut", sagte Esken. Der Specher des Gesundheitsministeriums verwies darauf, dass zu den 30 Millionen erreichten Impfungen zum Ende des Jahres 30 weitere Millionen bis Ende Januar hinzu kommen sollten. Wenn alles gut laufe, würden dann die angestrebten 80 Prozent erreicht.

Eine Delle bei den Impfungen gab es über die Feiertage. Wie der Leiter des Corona-Krisenstabes im Kanzleramt, Carsten Breuer, im rbb-Inforadio sagte, wurden Heiligabend deutschlandweit rund 68.000 Impfdosen verabreicht, am ersten Weihnachtsfeiertag 35.000 und am zweiten rund 65.000. Es sei aber ausreichend Impfstoff vorhanden, um die weiteren 30 Millionen Impfungen bis Ende Januar zu erreichen, sagte der General.

jp/mt

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