Bund prüft Teilnahme an Lufthansa-Kapitalerhöhung: Kreise

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(Bloomberg) -- Die Bundesregierung tendiert dazu, bei der geplanten Kapitalerhöhung der Deutsche Lufthansa AG mitzuziehen, so mit den Überlegungen vertraute Personen. Das würde der Kranich-Airline helfen, etwa 3 Milliarden Euro an Eigenkapital für die Rückzahlung der umfangreichen Staatshilfen aufzubringen.

Der Staat würde damit einer möglichen Verwässerung seines 20%-Anteils entgegenwirken und die Kapitalerhöhung hätte höhere Aussichten auf Erfolg, so die Personen, die nicht genannt werden wollten, da noch keine Entscheidungen gefallen sind. Lufthansa bereitet die Kapitalerhöhung bereits mit Hilfe von Banken vor, hatte Bloomberg berichtet.

Mit dem Erlös der Transaktion sollen Teile der 5,5 Milliarden Euro schweren stillen Einlage zurückgezahlt werden, auf welche die Lufthansa derzeit 4% Zinsen zahlt. Die Ablösung dieses Instruments hat für die Airline jedoch Priorität, da der Zinssatz über die Jahre auf bis zu 9,5% ansteigen würde. Lufthansa hatte letztes Jahr die Staatshilfe in Anspruch genommen, nachdem Reiseverbote ihr Milliardenverluste eingebrockt hatten.

Die Regierung muss sich im Zuge der Kapitalerhöhung entscheiden: Nichts tun und eine Verwässerung ihres Anteil hinnehmen, bevor die Erholung des Unternehmens gesichert ist - oder bei der Kapitalerhöhung mitmachen und damit die Erfolgschancen der Transaktion erhöhen. Die Erben von Heinz Hermann Thiele, größter privater Anteilseigner der Lufthansa, hatten letzten Monat einen Teil ihres Anteils verkauft.

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Die Bundesregierung prüft auch die Option, einige ihrer Bezugsrechte für die Kapitalerhöhung zu verkaufen und von dem Erlös direkt Aktien zu erwerben, so die Personen. So könnte die Verwässerung etwas begrenzt werden und es wären keine zusätzlichen Steuergelder zur Finanzierung nötig.

Der Vertrag zur Staatshilfe erlaubt dem Bund, bei einer Kapitalerhöhung mit bis zu einer Milliarde Euro mitzugehen.

Ein Sprecher der Lufthansa wollte dies nicht kommentieren. Das Finanzministerium reagierte nicht unmittelbar auf eine Anfrage. Die Europäische Kommission verwies darauf, dass es die Verantwortung der Bundesregierung sei, im Rahmen der Staatshilfe auf die Einhaltung der dabei vertraglich fixierten Bedingungen zu achten.

EU-Druck

Das Hilfspaket für die Lufthansa steht schon jetzt in der Kritik. Die irische Ryanair Holdings Plc hat sich bei der EU über Rettungsmaßnahmen von Wettbewerbern beschwert. Margrethe Vestager, die Wettbewerbskommissarin der EU-Kommission, hat laut Spiegel gedroht, rechtliche Schritte gegen Lufthansa einzuleiten, nachdem diese eine Kuponzahlung an Investoren einer Hybridanleihe angewiesen hatte, ohne die EU zuvor darüber zu informieren. Lufthansa sagte letzten Monat, die entsprechenden Zahlungen seien eingefroren.

Die Lufthansa verbrennt weiterhin Geld - im ersten Quartal waren es pro Monat 235 Millionen Euro, ein Betrag, der im zweiten Quartal auf 200 Millionen Euro monatlich sinken soll. Auch für dieses Jahr dürfte es einen Verlust geben, allerdings nicht mehr so heftig wie die 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2020.

Überschrift des Artikels im Original:Germany Weighs Taking Part in Lufthansa Capital Increase

(Ergänzt um Kommentar der EU-Kommission in siebtem Absatz)

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