Bund und Länder für stufenweise Öffnung der Kitas

Bund und Länder für stufenweise Öffnung der Kitas

Bund und Länder haben sich auf eine schrittweise Öffnung der Kitas geeinigt. Vorrang bei der Betreuung sollten Kinder mit besonderen Bedürfnissen haben, heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten gemeinsamen Erklärung. Ein konkretes Datum für den Wiedereinstieg wurde nicht genannt.

"Die Abwägung, zu welchem konkreten Zeitpunkt die nächste Stufe der Öffnung von Kitas und Kindertagespflege erfolgen kann, obliegt den Entscheidungsträgern in Ländern und Kommunen", betonten das Bundesfamilienministerium und die für Kinder- und Jugendhilfe zuständigen Vertreter der Länder. Sie begründeten dies mit den regionalen Unterschieden bei der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus.

Manche Kinder sollen Vorrang beim Übergang von der Notbetreuung zum Regelbetrieb haben. Dazu zählen laut dem Beschluss etwa Minderjährige mit besonderem Förderbedarf oder Kinder aus beengten Wohnverhältnissen oder von Alleinerziehenden.

Zudem soll die Öffnung von Spielplätzen geprüft werden. Die Empfehlungen dienen als Grundlage für ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag.

Das Bundesfamilienministerium will zudem das Robert-Koch-Institut und das Deutsche Jugendinstitut mit einer Studie beauftragen, welche Rolle Betreuungseinrichtungen bei der Virus-Übertragung spielen. Dazu gebe es bisher "keine gesicherten Erkenntnisse", heißt es.

Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) fordert eine sofortige Öffnung von Kitas und Grundschulen, um Eltern zu entlasten. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi nannte eine vollständige Öffnung dagegen "nicht realistisch". Sie sprach sich dafür aus, die Gruppengröße zunächst auf maximal fünf Kinder zu begrenzen.