Bund und Küstenländer beschließen Soforthilfen für Ostseefischer

BERLIN/HAMBURG (dpa-AFX) - Mit einer Reihe von Soforthilfen wollen der Bund und die drei Küstenländer die Ostseefischerei in ihrer tiefen Krise unterstützen. Im Kern geht es um neue und bessere finanzielle Hilfen bei der vorübergehenden Stilllegung oder endgültigen Abwrackung von Schiffen und neue Regeln, die den Fischern helfen, die drastisch reduzierten Fangquoten besser auszuschöpfen. Das teilte die Staatssekretärin im Berliner Agrarministerium, Silvia Bender, am Freitag in Berlin nach einem "Runden Tisch Ostseefischerei" mit.

Zudem kündigte die Staatssekretärin die Bildung einer Kommission an, die bis Mitte 2023 längerfristige Perspektiven für die verbliebenen Fischereibetriebe an der Ostsee entwickeln soll. Die seit Jahren schrumpfende Branche leiste einen "wichtigen Beitrag für das gesamte Lebensgefühl an der Ostsee", habe Verbindungen zum im Norden wichtigen Tourismus und gehöre "auch kulturell absolut zu den Küstenregionen dazu", sagte Bender. "Wir wollen nicht einfach einen solchen Wirtschaftszweig sterben lassen, sondern wir wollen uns überlegen, wie wir ihn wirklich so aufstellen können, dass er eine Zukunft haben kann."

Die EU hatte zuletzt beschlossen, dass in der westlichen Ostsee Dorsch nur noch als Beifang und Hering nur noch in Ausnahmen gezielt gefischt werden darf. Grund hierfür sind die bedrohten Bestände dieser als "Brotfische" der heimischen Fischerei geltenden Arten. Neben der Coronakrise kamen zuletzt die explodierenden Energiepreise als Krisenfaktor hinzu. "Die Fischerei ist nicht mehr einträglich, sie ist nicht mehr kostendeckend", sagte Bender. Ihr Ministerium versuche derzeit, in Berlin grünes Licht für einen 10 Millionen Euro schweren Sonder-Beihilfetopf zum Ausgleich der steigenden Energiekosten zu bekommen.

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