Bund der Energieverbraucher fürchtet durch Deal von Eon und RWE steigende Preise

Der Bund der Energieverbraucher sieht die geplante Neuordnung auf dem deutschen Energiemarkt kritisch. Durch die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch Eon würde die Marktmacht von RWE und Eon weiter gestärkt, sagte der Vorsitzende des Vereins, Aribert Peters, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. "Wir befürchten, dass das auch zu höheren Strompreisen für Verbraucher führt", sagte Peters.

RWE und Eon hatten am Wochenende überraschend bekanntgegeben, dass sie den Energiemarkt in Deutschland neu aufteilen wollen: Eon mit Innogy wäre zuständig für Netze und die Versorgung der Kunden mit Strom und Gas, RWE würde Kraftwerke betreiben und Strom erzeugen. Diesem Plan müssen die Kartellbehörden allerdings noch zustimmen.

Peters verwies darauf, dass die Unternehmen die größten Erträge nicht durch den Stromverkauf, sondern durch die Verteilnetze erzielten. "Verbraucher müssen pro Kilowattstunde sieben Cent an den örtlichen Verteilnetzbetreiber überweisen", sagte der Vorsitzende des Energieverbraucherbundes. Für die Stromerzeugung seien es nur rund drei Cent. Verbraucher könnten dem nicht durch einen Versorgerwechsel entgehen.

An den Renditen werde "schamlos verdient", kritisierte Peters. Deshalb halte er es für sinnvoll, dass die Kommunen in stärkerem Maße Netze übernehmen. Hierbei sei auch die Politik gefordert, dies durch eine gesetzliche Stärkung der Kommunen zu fördern. Die Übernahme der RWE-Tochter Innogy durch Eon solle das Bundeskartellamt untersagen, forderte Peters.