BUND: Abschaltung von Kohlekraftwerken bei beschleunigtem Atomausstieg möglich

Die Umweltschutzorganisation BUND hält die Abschaltung der ältesten deutschen Kohlekraftwerke bei einem gleichzeitig beschleunigten Atomausstieg für möglich. Eigene Analysen zeigten, dass dies ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit möglich sei

Die Umweltschutzorganisation BUND hält die Abschaltung der ältesten deutschen Kohlekraftwerke bei einem gleichzeitig beschleunigten Atomausstieg für möglich. Die eigenen Analysen zeigten, dass dies ohne Gefährdung der Versorgungssicherheit möglich sei, erklärte der BUND am Freitag zur Vorstellung eines "Abschaltplans" in Berlin. Der Leistungsüberschuss in der deutschen Stromproduktion werde sinken, sei allerdings groß genug.

"Wir wollen mit unserer Analyse zeigen, dass viel mehr möglich ist, wenn der politische Wille dazu vorhanden ist", erklärte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Dem "Abschaltplan" zufolge bleibe die Versorgungssicherheit trotz forcierter Stilllegungen gewahrt, "wenn die Politik nicht weiter abwartet, sondern flankierend zu den Abschaltungen die Energiewende aktiv voranbringt". Unter anderem müssten Wind- und Solarenergie weiter ausgebaut werden.

Mit der Analyse will der BUND nach eigenen Angaben die Debatten um die anstehende Novellierung des Atomgesetzes und die Arbeit der geplanten deutschen Kohleausstiegs-Kommission voranbringen. Für die deutschen Klimaziele sei ein Kohleausstieg noch vor 2030 unabdingbar, betonte die Organisation. Zugleich bedeute der Betrieb von Atomkraftwerken ein "ständiges Sicherheitsrisiko".

Laut der Umweltschutzorganisation enthält der eigene Plan genaue Vorschläge, welche Kraftwerksblöcke wann abgeschaltet werden können. Im Kern geht es um die Jahre 2020 bis 2023. In diesem Zeitraum werden nach derzeitiger Gesetzeslage auch die letzten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet. Bei den Kohlekraftwerken sollen nach ihrer Analyse zunächst alle größeren Blöcke vom Netz, die vor 1990 in Betrieb gingen. Die Bundesregierung müsse ein "Sofortprogramm" starten.