Bulgariens Präsident sieht Pläne für EU-Ölembargo kritisch

PRAG (dpa-AFX) - Der bulgarische Präsident Rumen Radew hat sich kritisch zu einem EU-Ölembargo gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges geäußert. "Wir dürfen es nicht zulassen, dass die Sanktionen unseren eigenen sozialen und wirtschaftlichen Systemen schaden", forderte er nach einem Treffen mit seinem tschechischen Kollegen Milos Zeman am Dienstag in Prag. Es gelte, die Besonderheiten der einzelnen EU-Mitgliedstaaten zu berücksichtigen. Bulgarien gehört zu denjenigen Ländern, die auf eine Ausnahme bei einem Ölembargo pochen.

Die EU-Kommission hatte vorige Woche als Kompromiss vorgeschlagen, Ungarn und der Slowakei bis Ende 2024 sowie Tschechien bis Mitte 2024 Zeit einzuräumen, um den Importstopp für Öl vollständig umzusetzen. Alle anderen Länder müssten die Öllieferungen binnen sechs Monaten und den Bezug von Ölprodukten wie Diesel und Kerosin innerhalb von acht Monaten stoppen.

Beide Präsidenten verurteilten die russische Aggression gegen die Ukraine. Die Nato brauche nun eine neue strategische Ausrichtung mit einer stärkeren Präsenz an ihrer Ostflanke, sagte der frühere Kampfjet-Pilot Radew. Bulgarien ist seit 2004 und Tschechien seit 1999 Mitglied des westlichen Verteidigungsbündnisses.

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