Bulgaren öffnen ihr Heim für in der Kälte gestrandete Störche

Klimaflüchtlinge

Die für die Jahreszeit ungewöhnliche Kälte hat in Bulgarien eine ungewöhnliche Solidaritätswelle ausgelöst: Seit Tagen finden Dutzende halberfrorene Störche Asyl in den Häusern mitleidiger Einwohner. Den Anfang machte Safet Halil aus dem kleinen Dorf Sariza im Nordosten des Landes. Der 53-jährige Straßenarbeiter fand am Montag fünf Störche mit gefrorenen Flügeln in der Nähe der Dorfstraße und nahm sie kurzerhand bei sich auf.

Seitdem teilt Halil sein Bett mit seinen gefiederten Gästen und kauft ihnen extra Fisch zu Fressen. Andere Einwohner rund um die Stadt Dulowo folgten seinem Beispiel, in den sozialen Netzwerken berichten sie über ihre Erfahrungen. 40 Störche konnten auf diese Weise bereits vor dem Kältetod gerettet werden.

Dass so viele Störche auf ihrem Heimflug in Not geraten, hält die Expertin der bulgarischen Tierschutzorganisation Green Balkans, Hristina Klisurowa, für ungewöhnlich. Vorsichtshalber rief sie ihre Landsleute dazu auf, nur wirklich hilfsbedürftige Tiere aufzunehmen.

Halil will seine Schützlinge noch ein paar Tage bei sich behalten. Ihnen gehe es zwar wieder gut, sagte er der Nachrichtenagentur AFP: "Sie haben mich schon zwei oder drei Mal in den Arm gezwickt". Doch herrschten immer noch "drei Grad Minus, und das Wetter wird noch schlechter".