Buffon und Co. probten Aufstand gegen Trainer

Gianluigi Buffon (re.) und Co. wollte Trainer Gian Piero Ventura zu einer Taktikumstellung überreden

Nach dem dramatischen Aus der Italiener in der WM-Quali gegen Schweden kommen immer mehr Informationen ans Tageslicht, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen der Mannschaft und Trainer Gian Piero Ventura im Vorfeld gewesen sein muss.

Nach Informationen der Gazzetta dello Sport soll es bereits nach dem 1:1 zuhause gegen Mazedonien Anfang Oktober zu einer ersten Krisensitzung gekommen sein, in der die Routiniers um Gianluigi Buffon und Daniele De Rossi ihrem Trainer eine Taktikumstellung aufschwatzen wollten.

Meuterei vor dem Rückspiel

Offenbar ohne Erfolg. Den letzten Versuch starteten die Profis laut dem Bericht dann am Sonntag vor dem Rückspiel gegen Schweden im Trainingslager in Appiano Gentile, in dem es zu einer Art Meuterei gekommen sein soll.

Streitpunkt: Erneut die Taktik, die Ventura auf ein 3-4-3-System umstellen sollte, um den formstarken Neapel-Stürmer Lorenzo Insigne (sechs Saisontore) in die Mannschaft zu integrieren.

Der 69-Jährige blockte aber alle Überredungsversuche seiner Mannschaft ab, blieb seiner Linie treu und ließ Insigne nach 14 Minuten Spielzeit im Hinspiel im Rückspiel 90 Minuten auf der Bank.

Schlussendlich kam es dann am Rande des Feldes zum Eklat: Als Routinier Daniele De Rossi eingewechselt werden sollte und zum Aufwärmen geschickt wurde, rastete der defensive Mittelfeldspieler aus.

De Rossi rastet aus

"Warum zum Teufel soll ich rein? Wir brauchen kein Unentschieden, wir brauchen einen Sieg!", brüllte er Italiens Assistenztrainer an. Dabei zeigte De Rossi wiederholt auf Stürmer Lorenzo Insigne, der ebenfalls auf der Bank saß.


Sogar Joachim Löw zeigt sich von Daniele de Rossis "Aufstand" beeindruckt. "Ich finde es klasse, dass er gesagt hat, ich will nicht eingewechselt werden, da Stürmer gebraucht werden. Das hat unheimliche Größe", sagte der Bundestrainer.

Der Vertrag von Ventura war erst im August bis 2020 verlängert worden. Verbandsboss Carlo Tavecchio kündigte unlängst an, "weitere Schritte zu überdenken."

"Ich bin nicht die Person, die diese Entscheidung zu treffen hat", sagte der 69-Jährige Ventura über seine Zukunft.