Buffett witzelt vor Berkshire-Aktionären über sein Alter

(Bloomberg) -- “Wenn man der Eigentümer eines Unternehmens ist und zwei Typen - 98 und 91 - das Unternehmen leiten, hat man das Recht, sie persönlich zu sehen.” Mit diesen Worten begrüßte Warren Buffett die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway Inc. zur Hauptversammlung in Omaha, Nebraska, die am Samstag erstmals seit der Pandemie wieder als Präsenzveranstaltung stattfand. Auf der Bühne wurde er neben seinem sieben Jahre älteren Co-Chairman Charlie Munger zeitweise auch von Greg Abel unterstützt, der als Kronprinz für die Nachfolge an der Konzernspitze gilt.

Unbeeindruckt von den derzeitigen Verwerfungen in der Geopolitik und der Angst vor einer galoppierenden Inflation hat Berkshire die größten Aktienkäufe seit mindestens einem Jahrzehnt gestartet. Die Holding verstärkte ihr Engagement am US-Aktienmarkt und baute die Beteiligungen des Konglomerats am Energiekonzern Chevron Corp. und dem Computerspiele-Riesen Activision Blizzard Inc. aus. Während der Krieg in der Ukraine und die Inflation dem US-Börsenbarometer S&P 500 gerade das schlechteste Quartal seit zwei Jahren bescherte, steckte Buffett per Saldo 41 Milliarden Dollar (39 Milliarden Euro) in Aktienkäufe, so viel wie seit mindestens 2008 nicht.

Anwesende Aktionäre fragten Buffett vor diesem Hintergrund, warum Berkshire nicht schon den Marktabschwung im Zuge der Corona-Pandemie zu Käufen genutzt hatte. In Bezug auf die Inflation erklärte der greise Star-Investor, er könne die Teuerungsdynamik in den kommenden Monaten oder Jahren nicht vorhersagen. Die Berkshire-Unternehmen stünden Preisanstiegen gegenüber. “Wenn man für die nächsten hundert Jahre eine wirklich völlig stabile Währungseinheit hätte, wäre das besser für die Wirtschaft und die Investoren im Allgemeinen.”

Buffett räumte ein - nicht zum ersten Mal -, dass die Holding nicht immer gut im Timing ihrer Zukäufe war. Immerhin sei man “einigermaßen gut darin gewesen, herauszufinden, wann wir genug für unser Geld bekamen.” Trotz der Zukäufe und der 3,2 Milliarden Dollar, die Berkshire für den Rückkauf eigener Aktien ausgab, verfügt die Holding noch immer über Cash-Bestände von rund 106 Milliarden Dollar und damit weiterhin mehr als Buffett als Sicherheitspolster bevorzugt.

Er gab keine Signale, wann es im Konzern zu einem Führungswechsel kommen könnte. Sein Auftritt auf der Bühne beruhigte einige Investoren durchaus. “Die geistige Schärfe und der Humor sind immer noch vorhanden. Das ist wirklich etwas Besonderes”, sagte James Armstrong, dessen Henry H. Armstrong Associates Berkshire-Aktien hält. “Ich bin einigermaßen beruhigt, dass das Management des Unternehmens in guter Verfassung ist.”

In Bezug auf das Thema Kryptowährungen blieben Buffett und Munger bei ihrer überaus kritischen Haltung. Er ziehe produktive Vermögenswerte wie Ackerland oder Wohnungen vor, sagte Buffett. Bitcoin hingegen sei “zu nichts gut”.

Überschrift des Artikels im Original:

Buffett Lures Omaha Disciples With Stock Buys, Inflation Warning

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