Buch der Woche: Versiert und verständlich: Ein Plädoyer für Zuversicht

Erziehungswissenschaftler und Autor Jens Weidner will seinen Lesern „Optimismus“ vermitteln. Das gelingt ihm, findet der Rezensent.

Wenn sich jemand mit dem Thema Optimismus auskennt, dann Jens Weidner. Denn der Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie ist nicht nur Optimist, er ist Vorstand im "Club der Optimisten". Erklärtes Ziel: dem Optimismus in Deutschland zum Durchbruch verhelfen.

Menschen mit dieser Haltung gelten als zufriedener, glücklicher, erfolgreicher. Dabei gibt es verschiedene, individuelle Arten von Optimismus. Rund um den Begriff entwickelt Weidner in seinem Buch "Optimismus. Warum manche weiter kommen als andere" (Campus Verlag, 218 S., 19,95 Euro) ein großes Gedankengebäude.

Gleich zu Beginn geht es um den natürlichen Gegenspieler des Optimisten: den Pessimisten. Wir lernen, dass auch er eine wichtige Rolle spielt, etwa als Controller, Buchhalter oder Finanzbeamter. Naiven und Zweckoptimisten wiederum mangelt es an Realitätsbezug. Deshalb scheitern sie häufig, erklärt der Autor.

Bild Nr. 1:
„Optimismus“ von Jens Weidner. Campus Verlag

Am erfolgreichsten ist der "Best-of-Optimist". Allerdings muss der Leser bis etwa Seite 100 durchhalten, um von diesem Erfolgsmodell zu erfahren. Ab Mitte des Buchs geht es um die praktischen Fragen: Wie wird man Optimist, wie kann man diese Lebenshaltung kultivieren, und wie profitieren Beruf und Privatleben davon?

Verständlich

Weidner schreibt sehr anschaulich. Obwohl viel Psychologie im Spiel ist, versteht auch der Laie, worum es geht. Beispiele verstärken diesen Effekt. Das Buch ist kein typischer Ratgeber, es beschreibt mehr, als dass es Anleitung bietet. Gleichwohl findet der Leser besonders in ...

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