Buch der Woche: Rezension: "Konstruktiv streiten" von Heinz Becker

Ein praktischer Ratgeber für Manager auf allen Hierarchieebenen, findet der Kritiker: kompakt, umsetzbar, ein sehr gutes Arbeitsbuch.

Konstruktiv

Die Prinzipien der Menschenführung haben sich dramatisch gewandelt. Deutlich wird das im historischen Vergleich. Bis in die 60er-Jahre dominierten Methoden, die der militärischen Führung entlehnt waren. Wird heute über Ursachen des Dieselskandals bei Volkswagen diskutiert, ist man spätestens nach drei Minuten beim autokratischen Führungsstil des ehemaligen VW-Chefs angelangt. Zu viel Dominanz unterdrückte die früh vorhandene Kritik.

Nachhaltig gute Ergebnisse erzielen Führungskräfte, die es schaffen, Kritiker einzubinden. Das senkt die Fehlerquote, hebt die Entscheidungsqualität und sorgt für Kreativität. Dafür brauchen Unternehmen eine Streitkultur. Denn in jedem Unternehmen treffen unterschiedliche Meinungen und Interessen aufeinander. Konflikte sind die Folge.

Bild Nr. 1:
Heinz Beckers „Unternehmen brauchen Streitkultur“ ist als Hanser Fachbuch erschienen. Hanser Verlag

Streitkultur bedeutet, diese Vielfalt in einen produktiven Impuls umzuformen. Dafür entwickelt der Hamburger Führungsexperte Heinz Becker in seinem Buch "Konstruktiv streiten" einen Fahrplan (Hanser Verlag, 152 S., 34 Euro). Er zeigt, wie man ein Team fokussiert, Diskussionen befeuert, im richtigen Moment den Entscheidungsprozess forciert, um dann mit vereinter Kraft die Dinge umzusetzen.

Umsetzbar

Als Praktiker gibt Becker dem Leser einen direkt umsetzbaren Ratgeber an die Hand. Ein paar anekdotische Beispiele verdeutlichen typische Konfliktlagen. Zusammenfassungen und Merksätze vervollständigen dieses Arbeitsbuch.

Kompakt

Wie Heinz Becker richtig feststellt, braucht es einen Ordnungsfaktor, um kontroverse Disk...

Lesen Sie hier weiter!