Buch der Woche: Faktenreich und wichtig: "Vom Flüchtling zum Arbeitnehmer"

Die Herausgeber haben Zahlen und Beispiele gesammelt. Eine wichtige Analyse, um die Debatte zu versachlichen, findet der Rezensent.

Sachlich

Die Flüchtlingskrise droht, die Gesellschaft zu spalten. Populisten schüren mit Schlagworten wie Überfremdung und Konkurrenz um Arbeitsplätze eine diffuse Angst in Teilen der Bevölkerung. Andere befürworten dagegen die beinahe unbegrenzte Aufnahme von Flüchtlingen, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. Woran es in vielen Diskussionen zum Thema mangelt, sind sachliche Argumente und die Kenntnis der tatsächlichen Zahlen.

Dieses Buch ("Vom Flüchtling zum Arbeitnehmer", Schäffer Poeschel, 154 S., 39,95 Euro), herausgegeben von Gerhard Stähler und Fritz Audebert, schafft Abhilfe, indem es Fakten liefert. Eingangs werden knapp die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und Auswirkungen der Migration dargestellt. Dann analysieren Experten die kulturellen Herausforderungen und Chancen, die mit der Beschäftigung von Migranten in Unternehmen einhergehen.

Erfahrungs- und Projektberichte von der Siemens AG und der Friedhelm Loh Group sowie der Fall eines Flüchtlings, der inzwischen Arbeitgeber ist, dokumentieren die Vielfalt der Integration. Abschließend erfolgt eine Übersicht über die Fördermöglichkeiten, die Arbeitgeber in Anspruch nehmen können.

Anschaulich

Die hitzige Debatte zum Thema wird mit Zahlen und Fakten heruntergekühlt, ohne Probleme auszublenden. Dazu kommt das Buch in den Eingangskapiteln wissenschaftlich daher, mit Fußnoten und Literaturapparat. Grafiken und Tabellen veranschaulichen die Fakten. Die Berichte aus der Praxis sind lebendig und zeigen die Probleme und ...

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