Bsirske: Jamaika muss Antworten auf soziale Herausforderungen geben

dpa-AFX

BERLIN (dpa-AFX) - Vor dem Start der Sondierungsgespräche von Union, FDP und Grünen über eine Jamaika-Koalition fordert Verdi-Chef Frank Bsirske Antworten auf die sozialen Herausforderungen im Land. Die möglichen Koalitionäre sollten die Botschaft ernst nehmen, die im Ergebnis der Bundestagswahl stecke. "Die Botschaft war, dass es eine untergründige Sorge um die Zukunft in dieser Gesellschaft gibt", sagte Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

"Das hat zu tun mit Rente, mit bezahlbarem Wohnraum, der Rückkehr der Unsicherheit in den Arbeitsverhältnissen, mit einem Mangel an Investitionen und mit einem Notstand in der Pflege", so der Verdi-Vorsitzende. Die Klinikpatienten, die Pflegebedürftigen in den Altenpflegeheimen und die Beschäftigten bekämen den Pflegenotstand massiv zu spüren. "Darauf müssen diese Koalitionäre Antworten geben."

An diesem Freitag kommen CDU, CSU, FDP und Grüne erstmals in großer Runde zusammen, um die Möglichkeiten einer Vierparteien-Koalition auszuloten.

Auf die Frage, wie er es bewerte, dass CDU und CSU zunächst die Frage des Flüchtlingszuzugs für eine gemeinsame Positionierung der Union in den Fokus rückten, sagte Bsirske: "Offensichtlich hat die Union erheblichen Klärungsbedarf untereinander, um überhaupt zu belastbaren Verhandlungen mit den anderen potenziellen Partnern zu kommen." Insofern sei es keine Überraschung gewesen, dass versucht worden sei, erstmal Trümmer beiseite zu räumen. "Wie belastbar das am Ende ist, wird sich zeigen."